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Rogate-Andacht am 30. September 2010: Predigt von Johannes Simang zu „Nun ruhen alle Wälder“

Paul Gerhardt, 1648
Nun ruhen alle Wälder,
Vieh, Menschen, Städt und Felder,
Es schläft die ganze Welt;
Ihr aber, meine Sinnen,
auf auf, ihr sollt beginnen,
was eurem Schöpfer wohlgefällt.

Ansprache von Pfarrer Johannes Simang, St. Markusgemeinde, Friedrichshain, zur Strophe 1 des Paul-Gerhard-Lieds am 30. September 2010.
Die Liturgie des Abends finden Sie hier. Hier Download des Flyers zur Reihe „Nun ruhen alle Wälder“.

An neun Abenden wird in einer besonderen Gottesdienst-Reihe anhand des Paul-Gerhard-Lieds „Nun ruhen alle Wälder“ verschiedene Aspekte des Lebens und Glaubens betrachtet und der Übergang vom Sommer zum Winter und Advent begleitet. Impulsgeber aus der Ökumene, aus Ost und West und verschiedenen Arbeitsbereichen interpretieren Aspekte des Gedichtes. Die Botschaft der Republik Österreich ist ebenso beteiligt wie der frühere sächsische Staatsminister Heinz Eggert aus Dresden. Geistliche aus verschiedenen Kirchengemeinden wie Angehörige von katholischen Orden und evangelischen Freikirchen bringen ihre Sichtweisen bringen ein und laden zum Nachdenken ein.

Die Fürbitte vom 30. September 2010:

Die weiteren Termine:

Donnerstag, 7. Oktober, 19.30 Uhr, Rogate-Andacht
„Wo bist du Sonne blieben?“, mit Pater Josef Rohrmayer WV, Pfarrei St. Joseph, Wedding

Donnerstag, 14. Oktober, 19.30 Uhr, Rogate-Andacht
„Die güldnen Sternlein prangen“, mit Heinz Eggert, Pfarrer a.D. und Staatsminister a.D., Dresden

Donnerstag, 21. Oktober, 19.30 Uhr, Rogate-Andacht mit Heiliger Messe,
„Legt ab das Kleid und Schuhe“, mit Pfr. Werner Luttermann, Kirchengemeinde der Alt-Katholiken in Berlin

Donnerstag, 28. Oktober, 19.30 Uhr, Rogate-Andacht
„Herz, freu dich“, mit Pfr. Wolfram v. Heidenfeld, Ev. Silas- und Königin-Luise-Kirchengemeinde Schöneberg. Den Ablauf des Gottesdienstes finden Sie hier.

Donnerstag, 4. November, 19.30 Uhr, Rogate-Andacht
„Der Betten ihr begehrt“, Pastor Holger Sieweck, Evangelisch-methodistische Kirche, Friedenau. Die Liturgie der Andacht finden Sie hier. Das Fürbittengebet finden Sie hier.

Donnerstag, 11. November, 19.30 Uhr, Rogate-Andacht am Martinstag,
„Sei gut für allen Schaden“, mit Wilhelm Pfeistlinger, Direktor des Österreichischen Kulturforums Berlin, Orgel: Prof. Dr. Bernd Schlüter.

Donnerstag, 18. November, 19.30 Uhr, in Zusammenarbeit mit der Notfallseelsorge/Krisenintervention Berlin
„Breit aus die Flügel beide“, mit Tim Schmidt, Notfallseelsorger. Orgel: Christoph Claus

Donnerstag, 25. November, 19.30 Uhr, Rogate-Andacht. Orgel: Christoph Claus

Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln
U-Bahnhöfe:
Kurfürstenstraße (U1)
Nollendorfplatz (U1, U2, U3, U4)

Bushaltestellen:
Kurfürstenstraße (148)
Nollendorfplatz (M19, 187)
Gedenkstätte Dt. Widerstand (M29)

Ökumenische Rogate-Initiative e.V.
An der Apostelkirche 1
10783 Berlin-Schöneberg

 
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Verfasst von - 2. Oktober 2010 in Andachten

 

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Rückblick: „Wenn ihr ihr bleiben wollt, wenn ihr queer bleiben wollt, ohne angefochten, kritisch beäugt, diskriminiert zu werden: dann suchet der Stadt Bestes!“

„Wenn ihr ihr bleiben wollt, wenn ihr queer bleiben wollt, ohne angefochten, kritisch beäugt, diskriminiert zu werden: dann suchet der Stadt Bestes! Weil ihr in dieser Stadt lebt. Weil ihr nicht unabhängig von dieser Stadt und ihrer Mehrheit den Schutzraum einer eigenen Community aufbauen könnt. Nur wenn es der Stadt gut geht, kann es auch euch gut gehen. Nur wenn es euch gut geht, kann es der Stadt gut gehen. Deswegen predige ich heute hier. Weil ich weiß, dass mein Wohl untrennbar verbunden ist mit dem Wohl meiner Nachbarin, meines Nachbarn, meiner und meines Nächsten wie Übernächsten. Weil keiner von uns alleine in Frieden leben kann, sondern nur wir alle gemeinsam.“

Die Predigt des amtierenden Superintendenten im Kirchenkreis Schöneberg, Manfred Moll, am 11. Juni 2010 in der Rogate-Vesper zur Eröffnung des Lesbisch-schwulen Stadtfestes 2010 in der Zwölf-Apostel-Kirche zu Berlin-Schöneberg, finden Sie hier.

Wir laden herzlich zur Rogate-Vesper zur Eröffnung des 19. Stadtfestes ein.

Freitag, 17. Juni 2011, 19.30 Uhr, Rogate-Vesper zur Eröffnung des 19. schwul-lesbischen Stadtfestes 2011. Predigt: Superintendentin Birgit Klostermeier, Schöneberg. Chor: Männer-Minne. Lesungen und Liturgie in niederländischer, englischer und deutscher Sprache. Orgel: Martin L. Carl. Unsere Einladung zur Rogate-Vesper als druckfähiges PDF finden Sie hier.

 
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Verfasst von - 28. Juni 2010 in Andachten

 

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Meditation: Seid beharrlich im Gebet, seid geduldig.

Predigt am Sonntag Rogate von Pastorin Susanne Zingel, Keitum auf Sylt

Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da war, der da ist und der da kommt. Amen

Liebe Gemeinde, habt ihr gesehen, wie hell heute die Leuchter strahlen. Sie sind wie neu. Sie sind hindurchgeputzt durch dreihundert Jahre. Nun strahlen sie wie am ersten Tag.

Die Caritas, die Barmherzigkeit leuchtet wieder. Die Puten und Engelchen haben geputzte Öhrchen und Hände. Und Zeus schwingt seinen Donnerkeil, dass es gleich blitzt.

Die Leuchter strahlen so sehr, dass Ihr euch darin spiegeln könnt.

Unsere Kronleuchter strahlen wieder. Das haben wir Elske Vissen zu verdanken. Sie ist angereist und hat dies kleine Wunder aus Tiefenglanz und Licht vollbracht. Und ganz nebenbei hat sie uns dabei etwas gelehrt über das Geheimnis und die Kraft des Gebets.

Beten heißt ja: Du hältst inne. Du öffnest dich für die Gegenwart Gottes, stellst dich in sein Licht,  in der Hoffnung, dass es dich verwandelt.

Das Gebet ist etwas sehr schlichtes. Du brauchst dafür nichts besonderes, einfach nur Zeit innezuhalten, die Hände zu falten. Stille zu werden. Und doch liegt im Gebet eine wunderbare geheimnisvolle Kraft.

Das Geheimnisvolle fasziniert heute viele. Aber die Lichtseite scheint nicht so spannend wie die dunkle Seite. Das erleben wir in der ganzen Spannung um den Film „Sakrileg“. Die Geheimnisse der Kirche bewegen Millionen. Dabei soll es um Abgründe gehen, Verrat und Verschwörung, geheimnisvolle Botschaften. Das hat es alles gegeben, wenn auch nicht so reißerisch. Aber die eigentlichen Geheimnisse des Glaubens bleiben so außen vor.

Denn da ist es sehr viel schlichter und geht doch um Abgründe. Nur um ganz alltägliche. Denn die Jahre und die Zeit machen viele Menschen bitter. Gram der Jahre kann Menschen krank machen, ihr Leben verdunkeln. Das Gebet ist dagegen eine widerständige Kraft. Es hilft, dass die Seele keine trübe Patina ansetzt, dass sie lebendig bleibt, und leuchtet, hofft und glaubt und liebt. Sich das zu bewahren ein Leben lang, dazu gehört Geduld  und Liebe, Kraft, Genauigkeit und dazu konnte man im Leuchterputzen viel lernen.

Seid beharrlich im Gebet, seid geduldig.

Man muss es gesehen haben wie viel Geduld und Zeit und Liebe es braucht, bis eine kleine Krone, ein Engelchen wieder strahlt. Du musst es viermal putzen. Du wirst dabei einen feinen Widerstand spüren. Wenn der nicht mehr da ist, dann bist du auf der ursprünglichen Oberfläche. Dann musst du sofort aufhören, sonst verletzt du den Glanz. Es gab viele, die schauten herein und sagten, für so etwas gibt es doch heute Maschinen. Und dann wurde immer wieder von einem Tauchbad geredet. Reden wir nicht darüber, wie viel das kostet. Keine Maschine ist so fein wie ein Mensch mit Gefühl, Fingerspitzengefühl, so etwas Kostbares vermacht von Vorfahren braucht Liebe und Genauigkeit. Und darin spiegelt sich wie Gott mit uns umgeht, uns zum Glänzen bringt. Fein und genau, zurückhaltend. Er ist vorsichtig mit uns und kennt unsere Widerstände. ER wartet auf uns geduldig. Gott kennt uns besser als wir selbst. Er weiß wie wir wurden, er kennt auch das Geheimnis der Verwandlung, denn leuchten und strahlen sollst du. Gott will dir helfen zu leuchten, von innen und außen. Es sind ja nicht nur Worte: Ihr seid das Licht der Welt. Ein Mensch, der etwas in sich trägt vom Lichte Gottes ist ein Segen. Und dieser Segen wächst langsam, ein Leben lang im Öffnen für das Leben, im Schweigen und im Gespräch mit Gott.

Wie oft wird heute, wenn die Verkrampfung der Seele krankmacht, nach schneller Heilung gerufen. Sie kann gern etwas kosten. Sie soll nur schnell effizient, gezielt wirken. Teure Therapie, Wunderheiler, Spezialist, und so vieles braucht nur Zeit, Aufmerksamkeit, einen der zuhört, der da bleibt.

Oft gilt es einfach nur die Kränkung auszuhalten, dass es nichts Großartiges braucht. Es braucht nur Zeit, die Seele zu putzen, zu reinigen. Sich Zeit zu nehmen für dich, Gott dabei sein lässt. geduldig dabei. Es braucht Geduld, denn Gott ist kein eins zwei drei Wunderdoktor. Er kennt dein Leben von Anfang und Ende, er selbst ist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Unsere Leuchter sind sehr alt.

Mitgebracht haben es Kapitäne, die zurückkamen. Die gefährliche Fahrt durch Nordmeer überstanden. In den Niederlanden, Amsterdam die Leuchter gekauft. Sehr kostbar. Nach langer Reise haben sie sie der Kirche gestiftet als Dank für eine glückliche Heimkehr. Im Wissen, dass sie nächstes Frühjahr wieder hinausfahren. In jedem dieser Leuchter spiegeln sich ungezählte Gebete, Segen bei der Abreise, beim Abschied. Stoßgebete auf See, die Familien hier Frauen, Eltern, die Kinder, gebetet um Bewahrung, zu Hause, am Meer hier in der Kirche. Und dies Dankgebet immer verbunden mit einem Gefühl wie viel auf See geblieben. Seid beharrlich im Gebet und wacht in Danksagung. Wie lange Nächte wohl wach gelegen, vom Sturm geweckt, die Sterne befragt. So sind unsere Leuchter ein Zeichen von Verbundenheit.

Generationen vor uns, Menschen getrennt, im Gebet verbunden. Und wachbleiben und beharrlich allein geht das nicht. Und es ist die Liebe die dich wachhält, die hofft und betet. Und die auch größer werden kann, wachsen und reifen kann durch das Gebet, die größer und immer weitere Kreise ziehn kann, dich verbindet nicht nur mit den Liebsten, sondern mit Menschen auf der ganzen Welt.

Ich finde es gut, dass unsere Kapitäne ein wenig daneben gelangt haben. Was haben sie sich bloß gedacht, als sie Leuchter mit dem Donnergott Zeus erstanden.

War das ihr Bild von Gott, auf rauer See, war das ein Hinweis, bei Gott weiß man nie, wollten sie ihren Pastor ein wenig herausfordern. War es einfach modern damals.

Es ist wie es ist. Und für uns gut.

Denn wenn wir hier beten, dann nicht anders als verbunden mit Menschen in der Welt, beten auf vielerlei Weise, aber wo immer der Geist Gottes dabei ist, da beten sie um Frieden, um Bewahrung. Und je mehr sie beten, und je mehr wir uns der Kraft des Gebets anvertrauen, umso mehr hat Gott eine Chance zu wirken, barmherzig, voller Liebe und voller Geduld.

Die ganze Kirche ist in den großen Kugeln zu sehen. Verändert, sie wird rund, eine kleine Welt.

Das ist wie ein Zeichen: Was wir hier tun in dieser kleinen Kirche kann doch die ganze Welt umgreifen. Wir können Glaube, Hoffnung und Liebe aussenden und uns verbünden mit Menschen rund um die Welt. Uns zusammen tun mit ihren Bitten um Heil und Frieden. Wir beten zu Gott, der die ganze Welt in Händen hält und sie trägt in einem Frieden höher als alle Vernunft. Amen.

 

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