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Regenbogenfonds: Jenseits von Eden – Gottesdienst zur Eröffnung am Freitag

Rogate-Messe zur Stadtfest-Eröffnung des RegenbogenfondsDie Glocken der Zwölf-Apostel-Kirche in Berlin-Schöneberg läuten am Freitag, 14. Juni 2013, das 21. Stadtfestes des Regenbogenfonds ein. Es findet seit 1993 jährlich statt und erstreckt sich über die Motzstraße, Eisenacher Straße, Fuggerstraße und die Kalckreuthstraße. Mit ca. 420.000 Besuchern ist es heute das größte homosexuelle Straßenfest in Europa.

Das Rogate-Kloster St. Michael lädt bereits zum vierten Mal zu einem ökumenischen Gottesdienst zur Eröffnung des großen Schöneberger Bürgerfestes in die nah gelegene Zwölf-Apostel-Kirche ein. Die liturgische Feier gehört zum offiziellen Rahmenprogramm des Festes. Das Kloster ist beim Straßenfest mit einem eigenen Infornationsstand vertreten.

Nach Pfarrer Manfred Moll (2010), Superintendentin Dr. Birgit Klostermeier (2011) und Dekan Ulf-Martin Schmidt (2012) predigt in diesem Jahr Pfarrerin Andrea Richter, Beauftragte für Spiritualität der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO).

Beteiligt sind beim Festgottesdienst unter anderem der Friedenauer Posaunenchor unter der Leitung von Christian Syperek, Pfr. Ulf-Martin Schmidt (Alt-katholische Gemeinde Berlin), Rev. Stephan Kienberger (American Church Berlin), MdA Lars Oberg (SPD) und Pfr. Burkhard Bornemann (Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde). Die große Schuke-Orgel spielt Malte Mevissen.

Ein Teil der am Abend eingesammelten Kollekte ist für die Flutopferhilfe in Passau bestimmt. Die dortige Auferstehungsgemeinde soll bei der Wiederherstellung ihrer Kapelle finanziell unterstützt werden.

Termin des Eröffnungsgottesdienstes: Freitag, 14. Juni 13, 19.30 Uhr, Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostel-Kirche 1, Berlin-Schöneberg.

Erreichbar ist die Kirche mit öffentlichen Verkehrsmitteln über die U-Bahnhöfe: Kurfürstenstraße (U1) Nollendorfplatz (U1, U2, U3, U4). Oder per Bus: Kurfürstenstraße (M85, M48), Nollendorfplatz (M19, 187) und Gedenkstätte Dt. Widerstand (M29). PKW-Stellplätze vor dem Gemeindezentrum und in der Genthiner Straße.

Weitere Hinweise auf Gottesdienste des Rogate-Klosters finden Sie hier.

 

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Rückblick: Rogate präsentierte sich mit eigenem Stand auf dem Schöneberger Stadtfest.

Mit einem Gemeinschaftsstand präsentierten sich die Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde, die Rogate-Initiative und das Rogate-Kloster St. Michael auf dem 19. schwul-lesbischen Stadtfest 2011 am 18. und 19. Juni in der Fuggerstraße. Möglich gemacht wurde dieses Dank unserer Förderer Screen Print Factory (Bild mit der Übergabe der Standausstattung)und Nolte Kommunikation (Entwurf unseres Logos und unserer Flyer für das Fest).

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Am Abend zuvor, Freitag, 17. Juni, richtete das Kloster eine Vesper zur Eröffnung in der gastgebenden Zwölf-Apostel-Kirche aus. Mehr darüber hier.

Veranstaltet wurde das Lesbisch-schwule Stadtfest vom Berliner Regenbogenfonds e.V. Es findet seit 1993 jährlich im Sommer statt und erstreckt sich über die Motzstraße, Eisenacher Straße, Fuggerstraße und die Kalckreuthstraße. Mit 420.000 Besuchern (Stand: 2007) ist es heute das größte homosexuelle Straßenfest in Europa.

 
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Verfasst von - 22. Juni 2011 in Rückblick

 

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Aktuell: Ein Grußwort von Volker Beck zur heutigen Rogate-Vesper.

Ein Grußwort von Volker Beck zur heutigen Rogate-Vesper:

„Mit einander reden und lachen, freundlich und offen.“ – so will das Rogate-Kloster sich präsentieren. Das miteinander Reden praktiziert Ihr, indem ihr Euch den ökumenischen Auftrag gebt, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen unterschiedlicher christlicher Konfession gemeinsam beten und leben können. Offenheit beweist Ihr, indem Ihr Themen angeht, die nicht immer auf der Tagesordnung der großen Konfessionen stehen. Mit der Vesper zur Eröffnung des schwulesbischen Stadtfestes macht ihr deutlich: Nächstenliebe und Respekt gelten für alle Menschen. Das Ziel, die christlichen Kirchen zu einem Ort für alle — auch für Schwule und Lesben – zu machen, teile ich. Zu Eurem Mut und Euerm Engagement gratuliere ich und wünsche Euch viel Erfolg!

Volker Beck

Erster Parlamentarischer Geschäftsführer Menschenrechtspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen

 
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Verfasst von - 17. Juni 2011 in Aktuelles

 

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Gottesdienst: Betrachtung zum Sonntag Rogate.

Ein Privatsender wollte es wissen. Vor Jahren schickte er kurz vor dem Heiligen Abend ein Paar an die Türen zweier Pfarrhäuser und eines Klosters. Ein Test mit versteckter Kamera. Mal sehen, wie Kirchenleute auf eine Hochschwangere in Not und Schneegestöber reagieren. Gegen Mittagnacht klingelte man die Pfarrer raus: „Unser Zug ist abgefahren, haben kein Geld und brauchen eine Unterkunft!“
Test-Pfarrer 1 rief nach langer Zeit aus dem Fenster: „Der Pfarrer ist nicht da. Kommt morgen wieder! Die Tür ist zugeschlossen. Ich liege schon zu Bett und kann nicht aufstehen!“ Fremdschämen war angesagt, als er sich später vor der Kamera erklärte.
Pfarrer 2 öffnete und teilte knapp und entschieden mit: „Helfen kann ich euch nicht!“
Die Klosterbrüder hatten schließlich den Braten gerochen, denn dort gibt es keinen Bahnhof. Die Geschichte konnte nicht stimmen. Sie boten Mahlzeit und ein Bett für die Nacht. Und sie waren schließlich froh, dass sie beim Kirchen-Test gewonnen hatten…. hier weiterlesen…

Sie finden den Text von Frater Franziskus in der Wochenzeitung „Die Kirche“ vom 29.5.2011 in voller Länge hier.

Willkommen zu unseren Rogate-Gottesdiensten an diesem Wochenende in Berlin-Schöneberg: Sonnabend, 28. Mai, 12.oo Mittagsgebet vor der Kirche. 18.oo Uhr Vesper. Sonntag, 29. Mai, 10.oo Uhr Evangelische Messe. Die Ordnung der Rogate-Messe finden Sie hier. Bilder der Messe finden Sie hier.

So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland,welcher will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn es ist „ein“ Gott und „ein“ Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, dass dies zu seiner Zeit gepredigt werde. (Sonntag Rogate, Epistellesung 1. Timotheus 2, 1 – 6a)

 
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Verfasst von - 28. Mai 2011 in Gottesdienst

 

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Rückblick: Ugandische Botschaft, Gedenken an David Kato.

Eine Übernahme von

„Am 26. Januar wurde David Kato, Menschenrechtsaktivist in Uganda für die Gleichstellung von LSBTI, ermordet aufgefunden, eine ugandische Tageszeitung hatte zuvor eine Liste schwuler Männer veröffentlicht und sie zum Tod „freigegeben“.
Dass sich in Berlin eine Gedenkveranstaltung realisieren lassen würde, war abzusehen – dass es sich um eine von einer ökumenischen, klösterlichen Gemeinschaft, der Ökumenischen Rogate-Initiative handeln würde, war neu.
Ca. 40 Menschen versammelten sich schließlich vor der Botschaft nahe des Axel-Springer-Hauses, das Gedanken war schlicht, was sich auch im minimalen aufgebotenen Polizeischutz wiederspiegelte. (Ein Streifenwagen, nichts im Vergleich gegen das Aufgebot vor der Botschaft der Türkei, als dort gegen das Verbot von Lambda Istanbul demonstriert wurde.)
Apolitisches Gedenken mit Vater unser und Fürbitten – das war neu, das war dem Anlass trotzdem angemessen. Frater Franziskus, der (u.a. über Facebook) zum Gedenken eingeladen hatte, war die Debatte darum, ob eine von einer christlichen Organisation veranstaltete Kundgebung für queere Aktivist_innen (und andere) unterstützenswert sei, nicht entgangen; er problematisierte sowohl sein Auftreten im Talar wie auch das Vater unser.
Dass bei der Bestattung Katos ausgerechnet ein Geistlicher der anglikanischen Kirche den Trauernden den Tod wünschte, legitimiert den Talar als sichtbares Zeichen von Diversität auch unter Geistlichen.
Es wurden eben keine besserwisserischen Parolen skandiert, und eben nicht aus nicht-reflektierter weißer Perspektive homophobe Menschenrechtsverletzungen in Uganda skandalisiert, als seien sie kein kolonialer „Import“. Still zu gedenken, nur eskortiert von ein paar Kerzen und einer Schwarzweißfotografie Katos an einem Verkehrsschild, würdigte David Kato still, friedlich – und bei aller Irritation über diesen leisen Protest war er ein Signal, das menschenverachtende homophobe Gewalt und ihre Unterstützer_innen umso mehr ins Abseits stellte – und dabei unangreifbar blieb.“

Sie finden den Artikel hier.

 
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Verfasst von - 28. Mai 2011 in Rückblick

 

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Gottesdienst: Rogate-Vesper zum 19. schwul-lesbischen Stadtfest.

Der Christopher-Street-Day-Berlin 2011 startet bereits am Vorabend, Freitag, 24. Juni, mit einer festlichen evangelischen Messe in der St. Marienkirche unter dem Fernsehturm. Der Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte lädt dazu in Kooperation mit dem Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) ein. Beginn ist um 18.00 Uhr. Einer der Mitwirkenden ist der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit. Der Superintendent von Mitte, Dr. Bertold Höcker, predigt über „Von der Identitätsfindung zum Engagement für alle“.

Die Glocken der Schöneberger Zwölf-Apostel-Kirche läuten eine Woche davor eine Eröffnungsvesper zum 19. schwul-lesbischen Stadtfest des Regenbogenfonds (18. – 19. Juni) ein. Das Ökumenische Rogate-Kloster St. Michael zu Berlin lädt am Freitag, 17. Juni, 19.30 Uhr, in die Kirche in der Nähe des Nollendorfplatzes. Beginn: 19.30 Uhr. Die Schöneberger Superintendentin Birgit Klostermeier predigt. Musikalisch wirkt der schwule Chor Männer-Minne mit. Pfarrer Daniel G. Conklin und Frater Franziskus gestalten die Feier liturgisch. Lesungen in englischer und niederländischer Sprache. Zugesagt haben zudem Wolfgang Thierse, SPD, als Schirmherr der Kirche PositHIV und Jan-Marco Luczak, CDU-Bundestagsabgeordneter für Schöneberg.

Zu beiden Gottesdiensten laden die evangelische Kirche, der LSVD Berlin-Brandenburg und das Rogate-Kloster St. Michael herzlich ein.

Adressen der Kirchen:
St. Marien-Kirche, Karl-Liebknecht-Str. 8, 10178 Berlin-Mitte, U-Bhf.
Alexanderplatz
Rogatekloster in der Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1,
10783 Berlin-Schöneberg, U-Bhf. Nollendorfplatz, Lageplan,

Die Einladung zur Rogate-Vesper als druckfähiges PDF finden Sie hier. Der Zwölf-Apostel-Gemeindebrief vom Juni 2011 mit Infos dazu hier.

 
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Verfasst von - 10. Mai 2011 in Gottesdienst, Termine

 

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Blick über den Tellerrand: Wie wird der neue Berliner Erzbischof gewählt?

Wahl und Ernennung des Erzbischofs von Berlin sind durch das Kirchenrecht, das Preußische Konkordat von 1929 und die Statuten des Berliner Kathedralkapitels von 1988 geregelt.

Das Domkapitel stellt nach Diskussion und Wahl eine vom Umfang her nicht festgelegte Kandidatenliste auf, die über die Apostolische Nuntiatur beim Heiligen Stuhl eingereicht wird. Ebenso können die Bischöfe des ehemaligen Freistaates Preußen Kandidaten präsentieren.

Unter Würdigung dieser Vorschläge erstellt der Heilige Stuhl eine Liste mit drei Kandidaten, die sog. „Terna“, aus denen das Kapitel einen zu wählen hat. Wahlberechtigt sind die sechs residierenden und der nichtresidierende Domkapitular.

Nach erfolgter Wahl fragt das Domkapitel gemäß Preußen-Konkordat bei der Regierung an, ob Bedenken politischer Art gegen den Gewählten bestehen.

Erheben die Landesregierungen keinen Widerspruch, teilt das Domkapitel über die Apostolische Nuntiatur dem Heiligen Stuhl die Wahl, den Namen des Gewählten und die Antwort der Landesregierungen mit. Darauf erfolgt die päpstliche Ernennung des Gewählten zum Erzbischof von Berlin. Erst dann kann der Name des Gewählten öffentlich bekanntgegeben werden.

Die Information des Erzbistums zur Wahl des Erzbischofs von Berlin finden Sie hier.

Diözesanadministrator Dr. Matthias Heinrich berichtet in einem Statement über das Prozedere der Bischofsernennung nach dem vom Papst angenommenen Rücktritt von Erzbischof Sterzinsky.

Ein Diözesanadministrator ist ein nach dem Kanonischen Recht ein Geistlicher, der während der Sedisvakanz eines bischöflichen Stuhles die Diözese bis zur Wiederbesetzung des Amtes verwaltet. Das Bistum Berlin hofft bis zum Sommer auf eine Nachfolge-Ernennung.

Die Befugnisse des Diözesanadministrators sind denen eines Diözesanbischofs gleich. Er darf nach den Bestimmungen des Kirchenrechts jedoch keine Grundsatzentscheidungen treffen, die den künftigen Bischof binden oder in seinen bischöflichen Rechten beeinträchtigen. Während der Sedisvakanz darf darum nichts verändert werden, heißt es dazu ausdrücklich im Kirchenrecht. Zu seiner Entlastung kann der Diözesanadministrator im Bereich der Verwaltung einen Stellvertreter benennen. Das Amt des Diözesanadministrators endet mit der  Besitzergreifung der Diözese durch den neuen Bischof. Hat der Diözesanadministrator die Bischofsweihe empfangen, so wird sein Name im Hochgebet der Messfeier erwähnt.

Nachtrag: Am Fest Mariä Heimsuchung, 2. Juli 2011, wurde vom Vatikan der Kölner Weihbischof Dr. Rainer Maria Woelki zum Erzbischof von Berlin ernannt. Hier die Pressemitteilung des Erzbistums Berlin, ein Interview mit dem Domradio vom 2. Juli sowie die Presseerklärung des Erzbistums Köln.

 

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Gottesdienst: Sonnabend, Mittagsgebet in der Zwölf-Apostel-Kirche.

Wir laden ein zum Mittagsgebet am Sonnabend, 14. Mai, 12.oo Uhr, in der Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.

Herzlich willkommen!

Erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln und über die U-Bahnhöfe: Kurfürstenstraße (U1) Nollendorfplatz (U1, U2, U3, U4). Oder per Bus: Kurfürstenstraße (M48), Nollendorfplatz (M19, 187) und Gedenkstätte Dt. Widerstand (M29). PKW-Stellplätze vor dem Gemeindezentrum und in der Genthiner Straße.

 
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Verfasst von - 8. Mai 2011 in Andachten

 

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Blick über den Tellerrand: Die Mittwochs-Initiative in der Zwölf-Apostel-Gemeinde

von Regine Wosnitza (veröffentlicht im September 2009)

An Prostitution und Drogen dachte 1874 niemand, als die Zwölf-Apostel-Kirche nach Plänen des Schinkel-Schüler Friedrich August Stüler zwischen Mühlen in der Kurfürstenstraße ihrer Bestimmung übergeben wurde. Doch Industrialisierung, Mietkasernenbau und Bevölkerungswachstum sollten die örtliche Idylle bald beenden.

125 Jahre später – genauer 1991 – schuf die Gemeinde ein zu der Zeit für kirchliche Sozialarbeit einzigartiges Projekt. Seit den 1960er Jahren hatte sich die Kurfürstenstraße in Schöneberg in einen bekannten Straßenstrich verwandelt. Ein „Runder Tisch“ aus Vertretern von Stadtteilvereinen, Bezirksämtern, Polizei und Drogenhilfeprojekten suchte nach Möglichkeiten, die Lebenssituation von AnwohnerInnen zu verbessern und die Not von DrogenkonsumentInnen zu lindern.

Aus dieser Kooperation entstand die Mittwochs-Initiative e.V., die mit Fix-Punkt e.V. kooperiert. Das Projekt ist ein niedrig schwelliges Kontaktangebot für die Drogenszene in der Kurfürstenstraße.

Ende August 2009 besuchte Bischof Dr. Wolfgang Huber auf Einladung von Frater Franziskus die Mittwochs-Initiative e.V.. Danach gab es eine Andacht in der Gemeindekirche für die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Initiative, die Gemeinde, Betroffene, AnwohnerInnen und andere Interessierte.

Bischof Huber stellte seine Ansprache unter das Motto: Jakobus 2,8 “Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt nach der Schrift (3. Mose 19,18): »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst«, so tut ihr recht.”

Teil 1 der Ansprache von Bischof Wolfgang Guber in Zwölf-Apostel:

Teil 2 der Ansprache von Bischof Wolfgang Guber in Zwölf-Apostel:

Dieses Motto ist bei der ehrenamtlichen Arbeit jeden Mittwoch zu spüren. Gemeindepfarrer Andreas Fuhr beschreibt es so: Mittags bringt die Berliner Tafel Essen, das zumeist Märkte und Geschäfte sozialen Einrichtungen überlassen. Daraus wird für die Drogenkonsumenten ein Essen frisch zubereitet. In der Küche haben in den letzten zwei Jahren vor allem drei langjährige Mitarbeiterinnen – Ariane Schütz, Gundula Conseur und Berndt Weiß – viel Zeit und Arbeit investiert.

Ab 19 Uhr arbeiten dann noch weitere ehrenamtlichen Helfer mit beim Spritzentausch, weiterer Gesundheitsvorsorge und der Essensausteilung für die Drogenkonsumenten. Momentan stellen Medizinstudentinnen und -studenten der Humboldt-Universität den Großteil derer, die mittwochs hier tätig sind, unterstützt werden sie von einigen erfahrenen Mitarbeitern. Prof. Dr. Persson, der in der Charité lehrt und in unserem Gemeindegebiet wohnt, stellt das Projekt seinen Studentinnen und Studenten vor und einige sind nun schon über zwei Jahre dabei. Das Essen ist nicht nur ein wichtiger Gesundheitsfaktor, sondern auch ein Zeichen von Nähe, ausgedrückt in der sorgfältigen Vorbereitung von Raum und Essen. Gespräche sind erwünscht, müssen aber nicht sein. Es sind dankbare Gäste. Alles wenig spektakulär, aber wie sinnvoll dieser Einsatz ist, kann spätestens erfahren, wer die Arbeit einmal gemacht hat.

Doch die Initiative möchte auch die Situation für die AnwohnerInnen verbessern. Für viele ist das Leben mit dem Straßenstrich angespannt. Drogenabhängige kommen hierher um auf dem Straßenstrich anzuschaffen. Es gibt „öffentliche Druckräume”, wie Hausflure, Spielplätze und U-Bahnhöfe, in denen sich Drogenabhängige unter unmenschlichen Bedingungen ihre Spritze setzen. Herumliegende benutzte Spritzbestecke sind eine Dauergefährdung für die AnwohnerInnen, insbesondere für Kinder.

So waren die Fürbitten von Frater Franziskus in der Andacht auch für die Menschen, die alltäglich mit dieser Situation konfrontiert sind: Barmherziger Gott, wir danken dir, dass du uns beistehst, wenn wir Kraft brauchen oder uns die Worte fehlen. Wir sehen hier täglich die Not der Menschen, die Frauen, die anschaffen gehen, die sich anbieten, Menschen, die auf der Suche nach Geld für Drogen sind, Menschen, die hungern und die Mülltonnen nach Essbarem durchsuchen. Lass uns nicht bitter werden, sondern nach Wegen suchen, dass alle satt werden und ihre Würde nicht beschädigt wird. Hilf uns aus dem Trübsinn, dass wir helfen, wo die Sucht und die Not besiegt werden muss. Hilf uns, wo wir hilflos sind.

Denn Hilflosigkeit macht sich oft breit unter den AnwohnerInnen. Obwohl inzwischen zahlreiche soziale Dienste, die Quartiersmanagements in Tiergarten-Süd und Schöneberg-Nord, die Bezirksämter und auch der Senat nach Vereinbarkeit zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen suchen, scheint sich die Situation nicht zu verbessern. Was hier im einzelnen geschieht, wird demnächst in einem weiteren Artikel auf potseblog berichtet.

Zunächst zurück zur Mittwochsinitiative. Als sie 1991 gegründet wurde hatten sich gerade die politischen Rahmenbedingungen durch eine neue Regierung in Bonn verändert. Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung war nicht mehr dem Innenministerium, sondern dem Gesundheitsministerium zugeordnet. Im Rückblick schrieb Pfarrer Heinz-Hermann Wittrowsky 1999 in der Kiezzeitung des Quartiersmanagement, dem Schöneberger Morgen: Deutlicher kann man nicht zeigen, dass die neue Bundesregierung im Umgang mit Drogenabhängigen weg von der Repression und hin zur Gesundheitspolitik will. Also „Hilfe statt Repression“ und die Erkenntnis, dass Sucht eine Krankheit ist.

Im selben Artikel macht der Pfarrer die deutliche Aussage, dass krimineller Drogenhandel verfolgt und bestraft werden muss. Doch er kommentierte auch die gesellschaftliche Verantwortung. Die normalen Bürgerinnen und Bürger, die die illegalen Drogen dämonisieren, projizieren ihre legalen Süchte wie Nikotin- und Alkoholsucht auf eine kleine Gruppe. Das ist ein typischer Sündenbockmechanismus. Damit betreibt man einen kollektiven Exorzismus und glaubt, man sei das Problem los. Pfarrer Wittrowsky forderte die verantwortlichen PolitikerInnen auf, sich vor Ort ein Bild von den Verhältnissen zu machen.

Die angesprochenen Verhältnisse verdeutlichte die Mittwochs-Initiative 2005 in einer Statistik: Während 2001 durchschnittlich nur knapp 25 Leute jeden Mittwoch zum Spritzentausch kamen, waren es 2002 schon im Schnitt über 29 und 2003 nahezu 42. Im letzten Jahr (2004) waren es nur gut 39 Besucher, bis September diesen Jahres knapp 39. Der Rücklauf gebrauchter Spritzen in die Gefahrengutbehälter der Mittwochs-Initiative lag im letzten Jahr bei knapp 97,6 Prozent, in diesem Jahr bis September sogar bei knapp 98,2 Prozent. Wo heute noch eine Spritze in einem Hauseingang liegt, lagen früher einmal fünfzig!

Den Zahlen folgt ein Bild: Alle die seit März 2001 abgegebenen und fast vollständig wieder bekommenen knapp 45.000 Spritzen ergeben aneinandergereiht eine Strecke von mehr als 4,8 Kilometern. Aufeinander gestellt wäre dieser Spritzenturm sogar etwas höher als der Mont Blanc, der höchste Berg der Alpen und zweit höchste Berg Europas. Seit dem Beginn unserer Spritzentausch-Arbeit im Winter 1991/1992 dürften da vielleicht schon zwei Mont Everests zusammengekommen sein.

Dies zeigt, wie dankbar alle Betroffenen sein können, dass sich die Zwölf-Apostel-Gemeinde kontinuierlich und in Kooperation mit anderen Initiativen in der Drogenprophylaxe und Drogenarbeit engagiert.

Und da die Drogenproblematik eng mit der Prostitution hier an der Kurfürstenstraße verknüpft ist, findet man auch zu diesem Thema bei der Gemeinde immer offene Türen. Im Frühjahr 2008 konnte eine Informationsveranstaltung des Quartiersrates Magdeburger Platz zum Thema Prostitution im Gemeindehaus stattfinden. Damals kochten die Gemüter hoch, als ein Laufhaus an der Potsdamer Straße eröffnet werden sollte. Bei der Veranstaltung wurde der große Unmut deutlich, der in der Bevölkerung herrscht.

Im Juni 2009 wiederum konnte anlässlich des Internationalen Hurentages die szenische Lesung „Sexarbeit – eine Welt für sich“ in der Kirche selbst stattfinden. Deutschlands älteste autonome Beratungsstelle für Prostituierte, HYDRA e.V., bot in Kooperation mit dem Museum der Arbeit in Hamburg Einsicht in die soziale Realität von Freiern, Prostituierten und BordellbetreiberInnen. Die Schauspieler Ulrike Johannson und Thor W. Müller trugen zehn Milieugeschichten vor, begleitet von einer Toncollage. Die Lesung will Augenöffner sein für das vielschichtige Phänomen Prostitution zwischen stark nachgefragter, dennoch verdrängter Schatten-Arbeit sowie krimineller Ausbeutung. Zwar ist Sexarbeit keine Dienstleistung wie jede andere, aber sie ist eine legale Tätigkeit hierzulande, nicht mehr sittenwidrig nach dem Gesetz, ein einträglicher Wirtschaftsfaktor, trotzdem nahezu ein Tabuthema, sagten die VeranstalterInnen.

Gespräche und Dialoge über das Thema Drogen und Prostitution sind selten einfach. Auch hier im Gebiet gibt es viele scheinbar unversöhnliche Positionen dazu. Die Zwölf-Apostel-Gemeinde und die MittwochsInitiative sind Partner, die den Dialog immer wieder suchen. Dazu sagte Bischof Huber Ende August 2009 in der Andacht: „Wir sehen die Welt im Spiegel eines jeden Antlitzes, mit Abgründen und Hoffnung, Aufbrüche und Verzagtheit. Die Kultur des Helfens, wie sie sich hier in einer einzelnen Gemeinde und in unserer Diakonie darstellt, ist ein Garant dafür, dass Menschen nicht allein gelassen werden.“

 

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Umfrage: Soll Berlin einen Platz nach Johannes Paul II. benennen?

Morgen wird Johannes Paul II. in Rom selig gesprochen. Christoph Lehmann schlägt vor, einen Platz in Berlin nach dem polnischen Papst zu benennen. Braucht Berlin einen „Papaplaza“ (Tagesspiegel)? Diskutieren Sie mit! Hier in der Kommentarrubrik und per Abstimmung:

Johannes Paul II. (lat. Ioannes Paulus PP. II, bürgerlicher Name Karol Józef Wojtyła]; * 18. Mai 1920 in Wadowice, Polen; † 2. April 2005 in der Vatikanstadt) war vom 16. Oktober 1978 bis zu seinem Tod Papst der römisch-katholischen Kirche. Mit 26 Jahren und 5 Monaten weist das Pontifikat von Johannes Paul II. die zweitlängste historisch belegbare Dauer auf. Johannes Paul II. war der bislang einzige slawische Papst der römisch-katholischen Kirche. Ihm wird eine maßgebliche Rolle bei der Beendigung des Sozialismus in seinem Heimatland Polen zugeschrieben. Papst Johannes Paul II. wird morgen, am 1. Mai 2011, selig gesprochen.

 
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Verfasst von - 30. April 2011 in Aktuelles, Umfragen

 

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