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Schlagwort-Archive: Evangelisch

Blick über den Tellerrand: Generalsuperintendentin im taz-Interview.

 taz-Montagsinterview mit Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein:

„Ich will, dass unsere Türen offen sind“

„Wie empfinden Sie Berlin: Fühlen Sie sich nach vielen Jahren in Frankfurt am Main ein bisschen überrumpelt von den Brüchen dieser Stadt Berlin?

Das ist doch genau das, was ich liebe. Die Spannung, die entsteht, wenn so viele Menschen aufeinandertreffen, kann ja auch gute Energie erzeugen. Ich war vor zwei Jahren mit einer israelischen Freundin hier. Ihre Tochter ist Punklesbe und Veganerin, sie lebt in einem linken Hausprojekt in Friedrichshain und verkauft auf dem Flohmarkt Gürtel aus Fahrradschläuchen. In diesem Hausprojekt haben wir auch übernachtet und an einem Freitagabend ein rudimentäres Schabbatmahl gefeiert, diese uralte Tradition der Befreiung. Das Zusammenkommen so unterschiedlicher Dinge fand ich sehr anrührend, und dieses Bild verbinde ich mit Berlin.“

Das ganze Interview mit der Berliner Geistlichen finden Sie hier.

 

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Blick über den Tellerrand: Christvespern, Metten und Weihnachtsgottesdienste 2011.

Weihnachten im Erzbistum Berlin: Krippenandachten und -spiele, Christmetten, feierliche Hochämter teilweise mit Chor- und Orchester-Musik und Vespergottesdienste: mit rund 900 Gottesdiensten (in Berlin: 600), von Heiligabend bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag laden die katholischen Pfarrgemeinden im Erzbistum Berlin ein, die Geburt Christi zu feiern.
Der Erzbischof von Berlin, Rainer Maria Woelki, wird am Heiligen Abend vormittags mit Gefangenen in der JVA Tegel die Messe feiern und am Nachmittag an der Weihnachtsfeier in der Suppenküche der Franziskaner in Pankow teilnehmen. In der St. Hedwigs-Kathedrale wird er die Christmette um 22:00 Uhr und das Pontifikalamt am ersten Weihnachtsfeiertag um 10:00 Uhr feiern. Das Hochamt am zweiten Weihnachtfeiertag feiert Dompropst Stefan Dybowski. Weihbischof Matthias Heinrich feiert am zweiten Feiertag mit den Gefangenen in der JVA Moabit Weihnachten.
Der rbb-Hörfunk überträgt auf radioBERLIN 88.8 am 24.12., 24:00 Uhr die Christmette aus der Rosenkranzbasilika (Steglitz).

Eine Zusammenstellung evangelischer Gottesdienste an Weihnachten 2011 in Berlin und Brandenburg finden Sie hier.

Samstag, 24. Dezember, Heiligabend
15:00 Uhr, St. Hedwigs-Kathedrale, Bebelplatz (Mitte): Krippenfeier
15:00 Uhr, Sankt Dominicus (Gropiusstadt): Krippenspiel „Komm näher Friede“
15:30 Uhr, St. Alfons, Beyrodtstr. 4 (Marienfelde): „Lichtblicke“ – ein Weihnachtsmusical
18:00 Uhr, St. Laurentius Klopstockstr. 31 (Tiergarten): „Allein am Heiligen Abend?“ Feier im Pfarrsaal
21:30 Uhr, St. Hedwigs-Kathedrale: Weihnachtsliedersingen
22:00 Uhr, St. Hedwigs-Kathedrale: Christmette mit Erzbischof Woelki
22:00 Uhr, St. Paulus, Oldenburger Str. 46 (Moabit): Musikalische Einstimmung D. Buxtehude Kantate „In dulci jubilo“
22:00 Uhr, St. Christophorus, Nansenstr. 4-7 (Neukölln): Christmette, anschl. Weihnachtliches Beisammensein im Pfarrsaal
24:00 Uhr, Rosenkranzbasilika, Deitmerstr. 3-4 (Steglitz): Christmette, Live-Übertragung auf radioBERLIN 88.8
24:00 Uhr, St. Matthias, Winterfeldtplatz (Schöneberg): Christmette

Die Glocken von St. Matthias läuten an Weihnachten:

Sonntag, 25. Dezember, Hochfest der Geburt des Herrn
10:00 Uhr, St. Hedwigs-Kathedrale: Pontifikalamt mit Erzbischof Woelki
11:00 Uhr, St. Matthias: Lateinisches Hochamt mit Chor und Orchester
16:30 Uhr, St. Hedwigs-Kathedrale: Weihnachtsvesper

Montag, 26. Dezember, Fest des Heiligen Stephanus
10:00 Uhr, St. Hedwigs-Kathedrale: Hochamt mit Dompropst Dybowski
11:00 Uhr, Zu den hl. Zwölf Aposteln, Wasgenstr. 49 (Schlachtensee): W.A. Mozart, Krönungsmesse
11:30 Uhr, St. Paulus: Otto Nicolai, Messe in D

Alle Gottesdienste unter www.erzbistumberlin.de

 

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Gedenktag: Heute vor 80 Jahren wurde Dietrich Bonhoeffer ordiniert.

Am 15. November 1931 wurde der Widerstandskämpfer Pfarrer Dietrich Bonhoeffer in der St. Matthäuskirche (Berlin-Tiergarten) zum Pfarrer ordiniert. Er erwarb sich rasch auch über die Gemeinde hinaus einen Ruf als guter Prediger.

Bonhoeffer betonte die Gegenwart Jesu Christi in der weltweiten Gemeinschaft der Christen, die Bedeutung der Bergpredigt und Nachfolge Jesu und die Übereinstimmung von Glauben und Handeln, die er persönlich vorlebte. In seinen Gefängnisbriefen entwickelte er einflussreiche, wenn auch fragmentarische Gedanken für eine künftige Ausrichtung der Kirche nach außen in Solidarität mit den Bedürftigen und zu einer nichtreligiösen Interpretation von Bibel, kirchlicher Tradition und Gottesdienst.

Dietrich Bonhoeffer wurde in der Morgendämmerung des 9. April 1945 zum Tod durch Erhängen geführt.

 
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Verfasst von - 15. November 2011 in Aktuelles

 

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Aktuell: 200 Jahre Talar in Deutschland. Eine Ansichtssache.

Der schwarze Talar wurde vor 200 Jahren eingeführt. Das Rogate-Kloster würdigte dies mit einer achtteiligen Reihe und hat Frauen und Männer, Katholiken und Protestanten, Geistliche und Laien um ihre Meinung gefragt. Hier ein Ausschnitt:

Jochen Bohl, 60, Dresden, Landesbischof der Ev.-luth. Landeskirche Sachsens. „Als junger Vikar war ich skeptisch, ob so etwas wie eine „Amtstracht“ überhaupt gebraucht wird. Das habe ich dann aber schnell gelernt – wie sehr nämlich das Amt den Menschen trägt, dem es übertragen ist; und dafür ist der evangelische Talar ein sprechendes Zeichen. Gerade mit seiner schlichten Nüchternheit bin ich sehr einverstanden, er ist ja von seinem Ursprung her ein Gelehrtentalar und so ist es angemessen, dass er die Pfarrerinnen und Pfarrer, die „Lehrer des Wortes“ kleidet. Insofern ist der Talar ein Hinweis auf das sola scriptura, das in das Zentrum des Selbstverständnisses unserer Konfession gehört. Kein anderes Land hat eine solche Tradition wie Deutschland als das Ursprungsland der Reformation. Vor diesem Hintergrund gehört der schwarze Talar mit Beffchen zu dem „Eigenen“ unserer Konfession. Er bezeichnet die geistliche Heimat, die mir lieb ist.

Fulbert Steffensky hat einmal davon gesprochen, dass der Protestantismus in seinen Selbstinszenierungen schwach ist; und hat den Talar in diesem Zusammenhang als das „unerotischste aller liturgischen Kleidungsstücke“ bezeichnet. Aber diese Schwäche sei eine, wenn auch von manchen nicht gewürdigte, und darum unbelohnte Stärke. So sehe ich es auch; und für diese besondere Prägung bin ich dankbar.“

Ulrich Rüß, 67 Jahre, Hamburg, Pastor, evangelisch-lutherisch. „Im Namen des Dreieinigen Gottes ist jeder Gottesdienst die wichtigste Feier, ein freudiges Fest, das Himmel und Erde, Gott und Mensch verbindet. ER ist gegenwärtig, spricht zu uns durch sein Wort, in der Eucharistie feiern wir die reale Gegenwart Christi in Brot und Wein. Die gefeierte Liturgie der Messe bringt die Entsprechung von Inhalt und Form beispielhaft zum Ausdruck. Der schwarze preußische Talar mit Beffchen, ein Gewand, das sich einer Kabinettsorder eines preußischen Königs verdankt, weder christlich, liturgisch noch typisch evangelisch ist, sondern bürgerlich und einem modischen Zeitgeist vor 200 Jahren entspricht, steht heute mehr für Tristesse und Trauer, jedenfalls nicht für Freude und Fest. Nun machen bunte Gewänder noch keinen guten Gottesdienst, aber liturgische Gewänder, die Albe mit Stola in der jeweils liturgischen Farbe, ggf. auch die Kasel unterstreichen mit ihrer christlichen symbolhaften Deutung den Inhalt und das Wesen des Gottesdienstes. Von Martin Luther wissen wir, dass er an den alten liturgischen Gewändern festhielt. Der wünschenswerte Abschied vom schwarzen Talar ist somit kein Verrat an der Reformation oder Anbiederung an die röm.-kath. Kirche, vielmehr entspricht die liturgische Gewandung mit der Farbe Weiß der Freude des Evangeliums und des Festes mit Gott und einer gesamtkirchlichen aussagestarken liturgisch-gottesdienstlichen Tradition. Die anzustrebende Wiederentdeckung der liturgischen Gewänder im evangelischen Gottesdienst unterstreicht darüber hinaus die wünschenswerte ökumenische Verbundenheit mit anderen Kirchen.“ Den Beitrag finden Sie zudem hier.

Dr. Ulrich Fischer, geb. 1949, Karlsruhe, Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Baden. „Den schwarzen Talar trage ich gern. Er vermeidet das Missverständnis, als würde ich im Gottesdienst als Privatperson reden. Als Amtstracht lässt er mich als Vertreter der evangelischen Kirche erkennbar werden. Mit Hilfe des Talars tritt meine Person zurück hinter meinem Amt, und das ist gut so. Außerdem macht der Talar die menschlichen Körper irgendwie gleich: Unvorteilhafte körperliche Proportionen werden verdeckt, der Superbody kommt nicht zur Geltung. So wehrt der Talar mancher Eitelkeit, die es auch im Pfarrberuf gibt. Allerdings „predigt“ der Talar auch. Bevor ich den Mund auftue, hat seine schwarze Farbe schon eine Botschaft ausgesandt – bei Beerdigungen in guter Weise, bei anderen Gelegenheiten eher neutral, manchmal aber auch deprimierend. Darum schätze ich es, an besonderen Festtagen dem schwarzen Taler „Farbe zu geben“ – durch eine Stola in der Farbe der Kirchenjahreszeit. Und an den großen Kirchenfesten lasse ich den schwarzen Talar auch manchmal im Schrank und tausche ihn – als Ausdruck der Festtagsfreude – gegen die Albe, die weiße Schwester des von mir so geschätzten schwarzen Bruders.“

Dr. h.c. Frank Otfried July, 56 Jahre, Stuttgart, Landesbischof Evangelische Landeskirche in Württemberg, evangelisch. „Ich weiß noch wie heute, mit welch besonderem Gefühl ich meinen ersten Talar angezogen habe. Es war nach dem Examen und vor meinem Dienstantritt als Vikar. Es wurde mir in einem Augenblick klar, was „Investitur“ wirklich bedeutet:

Mit diesem Talar trägst du dich nicht selbst durch die Kirche, mit deinen Tageseinfällen und Meinungen, sondern die Kirche vertraut dir das Amt der öffentlichen Wortverkündigung an. Dafür stehst du – in deinem Talar.

Daran erinnert mich mein Talar bis heute! Bei vielen ökumenischen Gottesdiensten steht mein Talar für die reformatorische Tradition und Beauftragung. Dennoch trage ich bei manchen Anlässen auch den weißen Talar mit Stola; viele Jahre am frühen Ostermorgen bei der Osterfeier auf dem Friedhof der Diakonissen. Da zeigte der weiße Talar etwas von der neuen Leichtigkeit und dem Glanz am Auferstehungsmorgen. Ebenso wie bei den Schlussgottesdiensten der sozial-diakonischen Vesperkirche in Stuttgart. Dort wird ein „Fest des Lebens“ gefeiert, das schon etwas ahnen lässt vom „Fest ohne Ende“ (Roger Schulz).

Es ist das Evangelium, das uns letztlich umkleidet. Ich möchte weiterhin im schwarzen Talar das Evangelium Sonntag für Sonntag verkündigen, um an besonderen Festen und Feiern im weißen Festgewand Christus zu loben und ihm im Abendmahl zu begegnen.“ Den Beitrag von Bischof Juli finden Sie auch hier.

Den 1. Teil der Reihe „200 Jahre Talar. Ein Textil feiert Jubiläum“ mit Beiträgen u.a. von Maria Jepsen und Hans-Jochen Jaschke finden Sie hier. 2. Teil mit Statements Monika Grütters und Ulrich Fischer finden Sie hier. Der Teil 3 mit Beiträgen von Wolfgang Gern und Ulrich Rüß ist hier zu finden. Teil 4 mit Beiträgen von Pascal Kober und Frank Otfried July hier. Teil 5 mit Wilhelm Hüffmeier hier. Teil 6 mit Statements u.a. von Hans-Martin Heinemann hier. Den Teil 8 hier.

Schwarz ging es nicht immer in evangelischen Gottesdiensten zu. Die Dokumentation „Historische Bilder zum Evangelisch-lutherischen Gottesdienst“ von Helmut Schatz zeigt es. Sie finden sie hier.

 
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Verfasst von - 19. Mai 2011 in Aktuelles

 

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Blick über den Tellerrand: Kreuzwege Berlin 2011.

In seiner 53-jährigen Geschichte war der Jugendkreuzweg in Berlin lange Jahre die Gebetsbrücke über die deutsch-deutsche Teilung hinweg. Diese Kraft hat er behalten und will heute die Grenzen zwischen den Konfessionen, zwischen Pfarreien und Gemeinden, nicht zuletzt die Grenzen der Generationen überwinden.

Im Erzbistum Berlin ist diese ökumenische Jugendaktion fester Bestandteil der Fastenzeit und findet an mehreren Terminen statt, die Sie hier finden.

Am 22. April 2011 um 11 Uhr findet in Berlin Mitte zudem wieder eine Karfreitagsprozession statt.

Die Prozession ist eine Schweige-Prozession. Aus theologischer Sicht symbolisiert das Schweigen Solidarität mit dem Schmerz und dem Leiden Christi. Die Klanghölzer als Ersatz für Musik geben dem Schrecken Ausdruck. Damit knüpft die Berliner Karfreitagsprozession an eine in vielen Jahrhunderten gewachsene Tradition an. Bertold Höcker: „Sie ist eine geistliche Übung, Leid auszuhalten und sich dem Schmerz zu stellen.“

Termin: Freitag, 22. April 2011, Berliner Dom, ab 10 Uhr Gottesdienst. Um 11 Uhr Beginn der Prozession.

Quelle: Erzbistum Berlin sowie Presseinformation des Kirchenkreises Berlin-Mitte

 

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Blick über den Tellerrand: Kirche will schiefen Turm in Thüringen verschenken.

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) begrüßt die vielfältigen Aktionen des Bürgermeisters von Bad Frankenhausen zur Rettung des schiefen Turmes der Oberkirche in seiner Stadt. Um das Vorhaben zu unterstützen, wiederholt die Kirchengemeinde Bad Frankenhausen als Eigentümerin ihr Angebot, die Kirche an die Stadt zu schenken.

Die Kirchengemeinde selbst sieht sich weiterhin nicht in der Lage, den Kirchturm zu sanieren und zukünftig zu erhalten. Kommt es nicht zum Eigentumswechsel, so ist der Abriss aus kirchlicher Sicht die einzig verbleibende Alternative. Dazu Kirchenoberbaurat Bernd Rüttinger: „Der Turm hat sich in den letzten zwei Jahren weiter um jeweils sechs Zentimeter geneigt. Die Neigung nimmt stetig zu und damit auch das Risiko des unkontrollierten Einsturzes. Die Kirche darf die Augen davor nicht verschließen, dass bei einem Einsturz Menschen zu Schaden kommen können. Sie trägt letztendlich die Verantwortung für Leib und Leben“.

Ein Eigentumswechsel wäre auch deshalb sinnvoll, da das Kirchenschiff der Oberkirche seit 1962 eine Ruine ist. Die Erhaltung des Kirchturmes trägt deshalb nicht zur Verbesserung des kirchlichen Lebens bei. Zudem muss die Kirchengemeinde Bad Frankenhausen zwei weitere Kirchen unterhalten — allein die Sanierung der Unterkirche erfordert einen Aufwand von etwa 1,75 Millionen Euro. In der Unterkirche gestaltet die Kirchengemeinde ihr vielfältiges Gemeindeleben. Als Hauptkirche des Kirchenkreises finden hier zahlreiche kulturelle Veranstaltungen für die ganze Region statt.

Hintergrund:
Der 56 Meter hohe Turm der Oberkirche in Bad Frankenhausen ist 4,60 Meter aus dem Lot, pro Jahr neigt er sich um weitere sechs Zentimeter. Nach vorsichtiger Schätzung wären insgesamt mehr als eine Million Euro für die Erhaltung des Turmes notwendig. Die Kirchengemeinde als Eigentümerin des Turms kann diese Summe nicht bereit stellen, auch Fördermittel des Landes Thüringen stehen nicht in Aussicht. Deshalb wurde nach intensiver Prüfung aus Sicherheitsgründen der Abriss des Turmes beschlossen. Die Bürger Bad Frankenhausens sehen den schiefen Turm jedoch als ihr Wahrzeichen an und wollen damit den Tourismus beleben. Die Stadt Bad Frankenhausen ist interessiert, Eigentümer der Oberkirche zu werden, um sie touristisch oder denkmalpflegerisch nutzen zu können. Mit einer breit angelegten Spendenaktion soll die Sanierung und damit der Erhalt des Turmes finanziert werden.

Quelle: Pressemitteilung der EKM.

 

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Blick über den Tellerrand: Ralf Meister als Landesbischof in Hannover eingeführt.

„Das Predigen, das Verkündigen im Gottesdienst und in allen öffentlichen Äußerungen hat der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), als „die wichtigste Tätigkeit eines lutherischen Bischofs“ bezeichnet. „Ich habe die erstaunliche Erfahrung gemacht, dass für meine öffentlichen Äußerungen die Rechtfertigungslehre, also dass Gott uns ohne Ansehen unserer Leistungen liebt, ebenso unentbehrlich ist wie die Zwei-Regimentenlehre, die uns fein unterscheiden lässt zwischen staatlichem und kirchlichem Handeln“, sagte Friedrich im Gottesdienst, in dem er den künftigen Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister, in sein Amt einführte.
Die geistliche Leitung und Aufsicht in der Landeskirche sei ebenfalls eine wichtige Aufgabe – „nämlich die Sorge, für den Frieden und die Einheit der Kirche zu arbeiten“. Friedrich wörtlich: „Ich habe dies jedenfalls immer als meine wichtigste Aufgabe angesehen. Denn eine zerstrittene Kirche tut sich schwer, den Menschen unserer Zeit glaubwürdig die Liebe Gottes und den Frieden, der von Gott her kommt, weiterzugeben.“ Und was für die eigene Kirche gelte, gelte erst recht für das Miteinander der Kirchen, die Ökumene. Die VELKD sei hier in der Lage, „eine gute Rolle in der Verständigung zu spielen“. Ein Bischof habe die Funktion, das Miteinander der Christen durch die Zeiten zu symbolisieren und die Verbindung herzustellen zu den Christen auf der ganzen Welt, insbesondere auch zu den anderen Kirchen des Lutherischen Weltbundes. „Diese enge Verbindung zu Lutheranern auf der ganzen Welt macht ja auch uns zu einer Weltkirche.“
„Landesbischof sein zu dürfen, ist eine wunderbare Aufgabe! Sie macht Freude und gibt Erfüllung“, sagte Johannes Friedrich, auch wenn es in diesem Amt schwierige Situationen gebe und schwere Entscheidungen zu treffen seien. Sehr geholfen habe ihm in solchen Situationen die Geschwisterschaft in der lutherischen Bischofskonferenz. Noch wichtiger als die Präsenz und Solidarität der Kolleginnen und Kollegen im Bischofsamt sei die Solidarität und Begleitung Gottes. „Ich wünsche Ihnen, dass Sie dieses Amt möglichst oft als ein Freude machendes Amt empfinden, weil Sie in diesem Amt den Menschen etwas Freudiges, die frohe Botschaft bringen und persönlich vermitteln können.“

In dem Gottesdienst wurde auch Prof. Dr. Margot Käßmann (Berlin/Bochum) verabschiedet und von ihrem langjährigen Dienst als Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers entpflichtet. In seiner Ansprache führte der Leitende Bischof aus: „Du hast über zehn Jahre lang in diesem Amt der Landesbischöfin gedient und bist dann vor einem guten Jahr zurückgetreten. Wir möchten heute deutlich machen, welch wichtigen Dienst Du in diesen zehn Jahren für unsere Kirche getan hast. Für Deine Landeskirche, für die EKD, die Evangelische Kirche in Deutschland – deren Ratsvorsitzende Du einige Monate warst – und für die VELKD, die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche in Deutschland, dem Zusammenschluss der lutherischen Landeskirchen. Es war sehr gut, Dich in diesen Ämtern zu haben. Es war gut mit Dir im Rat der EKD. Die Sitzungen, die wir unter Deiner Leitung hatten, waren schön: Wir haben viel gelacht und gleichzeitig viel gearbeitet. Du hast engagiert und uns anderen Ratsmitgliedern zugewandt geleitet. Leider nur für kurze Zeit. Im Februar letzten Jahres bist Du ja auch von dem Amt der Ratsvorsitzenden zurückgetreten. Ich bin traurig darüber. Ich hatte mich sehr darauf gefreut, mit Dir zusammen die ganze Ratswahlperiode zu gestalten… Du warst eine Landesbischöfin, die die Menschen begeistert und die Mut gemacht hat zum Gottvertrauen, die die Menschen erreicht hat, wo und wie immer sie leben. Du hast die Fröhlichkeit des Evangeliums ausgestrahlt. Sicher, wir wissen: Niemand ist unersetzbar. Du hast fähige und gute Nachfolger, im Ratsvorsitz wie hier in Hannover. Und wir müssen ja heute nicht von der Person und nicht von der engagierten Theologin Margot Käßmann Abschied nehmen. Gott sei Dank. Und Du hast es ja schon deutlich gezeigt: Es gibt ein Leben nach dem Bischofsamt. Aber wir vermissen Dich, und das meint: Wir sind froh und dankbar, dass Du Bischöfin warst. Und wir dürfen darum feststellen: Du hast Dein Amt zum Wohle der Kirche wahrgenommen. Wir danken Gott für Deinen Dienst, für den Einsatz Deiner Gaben und Kräfte, für Deine Treue und Liebe. Du hast das Evangelium von Jesus Christus gepredigt und in vielfältigen Formen die Botschaft von Gottes Treue bezeugt. Nicht alles im Dienst einer Bischöfin liegt vor Augen. Vieles geschieht im Verborgenen. Und doch werden viele Früchte Deines Wirkens wahrgenommen. Dafür sind wir dankbar.“

Quelle: Pressemitteilung der VELKD

 
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Verfasst von - 26. März 2011 in Blick über den Tellerrand

 

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