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Schlagwort-Archive: Andachtsreihe

Presse-Information: Großplakat lädt zum Sommerabschied ein – Herbstsegen-Reihe startet am Donnerstag in Schöneberg

Mit einem Großplakat an der evangelischen Zwölf-Apostel-Kirche in Berlin-Schöneberg wirbt die Ökumenische Rogate-Initiative seit heute für ihr Herbstprojekt 2010 und den Gottesdienstbesuch in den kommenden Wochen. An neun Abenden wird in einer besonderen Gottesdienst-Reihe anhand des Paul-Gerhard-Lieds „Nun ruhen alle Wälder“ verschiedene Aspekte des Lebens und Glaubens betrachtet und der Übergang vom Sommer zum Winter und Advent begleitet. Impulsgeber aus der Ökumene, aus Ost und West und verschiedenen Arbeitsbereichen interpretieren Aspekte des Gedichtes. Die Botschaft der Republik Österreich ist ebenso beteiligt wie der frühere sächsische Staatsminister Heinz Eggert aus Dresden. Geistliche aus verschiedenen Kirchengemeinden wie Angehörige von katholischen Orden und evangelischen Freikirchen bringen ihre Sichtweisen bringen ein und laden zum Nachdenken ein.

Ermöglicht wurde die Großflächenwerbung am Glockenturm des 1874 errichteten Gotteshauses durch Spenden von Rogate-Gottesdienstbesuchern. Nachts wird der an der belebten Kreuzung Kurfürsten- und Genthinerstraße gelegene Turm durch Scheinwerferlicht beleuchtet. Die Kirche steht direkt an der Grenze der Bezirke Tempelhof-Schöneberg und Mitte.

Start der Gottesdienstreihe ist am Donnerstag, 30. September, 19.30 Uhr, in der Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostel-Kirche 1, Berlin-Schöneberg. Die Idee zum Projekt hatte der Journalist Miguel-Pascal Schaar.

Die Rogate-Initiative wurde 2009 von katholischen und evangelischen Christen, Kirchenfernen, Mitgliedern der Zwölf-Apostel-Gemeinde und Unterstützern aus Berlin und Brandenburg gegründet. Der Gemeindekirchenrat der Ev. Zwölf-Apostel-Gemeinde hat den Verein eingeladen, eigenständig und in ökumenischer Verbundenheit vor Ort Aktivitäten zu entwickeln und am Gemeindeaufbau in Schöneberg mitzuwirken.

 
 

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Rogate-Andacht: Christmetten-Predigt 2009 des Diakoniepräsidenten

Predigt des Präsidenten des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland, Pfarrer Klaus-Dieter K. Kottnik, gehalten in der Rogate-Christmette am Heiligen Abend 2009 in der Zwölf-Apostel-Kirche zu Berlin-Schöneberg

Liebe Gemeinde,
„Da wollen wir all danken dir, unserm Erlöser, für und für; da wollen wir all loben dich/zu aller Zeit und ewiglich“

Ein Blick in unser Gesangbuch zeigt , dass die 7. Strophe des Liedes „O Heiland reiss die Himmel auf“ von einem anderen Verfasser stammt. Ein richtiggehend jubilierendes Ende wurde dem Lied später hinzugefügt. Ein neuer Schlussakkord wurde an die sechs Strophen drangesetzt. Auch die Weihnachtsgeschichte nach Lukas hat ihren Höhepunkt mit dem Engelschor: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens“ (V. 14).

Danken, loben, jubeln! Bei den Hirten erklingt dieser Engelschor auf dem Felde, weit draussen, in der Kälte der Nacht. Und David Georg Corner fügt die 7. Strophe an das Lied von Friedrich Spee neun Jahre später an. Während Friedrich Spee sich danach sehnt, dass der Himmel aufgerissen wird, dass strahlendes Licht in die Finsternis eindringt, dass Unheil, Trostlosigkeit und Not ein Ende haben, während er das bedrückende Leben, die belastende Situation beschreibt, die die Menschen niederdrückt, stimmt David Georg Corner eine Jubelstrophe an. Was treibt ihn dazu? Lebt er in einer anderen Welt? Kann er nicht ertragen, dass das Leben voller Belastungen ist? Will er hinwegtäuschen? Denn tatsächlich hat sich die Lage der Welt gegenüber der von Friedrich Spee erlebten kaum verändert. Immer noch war Krieg, der längste, den die Welt damals je gekannt hat, der dreissigjährige Krieg. Immer noch zogen Heere quer durch Europa, sie löschten die Menschen auf Höfen, in Dörfern und Städten aus, immer noch wurden Menschen verfolgt, verloren ihre Habe, lebten in Armut. Die Erde wurde verbrannt. Sie als Jammertal zu beschreiben, das hat sich der Verfasser der 7. Strophe  zueigen gemacht. Auch bald ein Jahrzehnt später, nichts anderes unter der Sonne. Und trotzdem kann er loben und jubeln. Er kann danken.

Aber macht er das wirklich? Ein kleines Wörtchen steht am Anfang dieser Strophe: „Da“. Was heisst „da“? Heisst das „dort“? Dort, wenn wir aus dem Jammertal draussen sind, dort, wenn wir in einer guten Zukunft angekommen sind? Dort, wenn wir keinen Grund zum Klagen mehr haben, dann wollen wir jubeln und loben! Ist das wirklich so, dass dann, wenn es einem richtig gut geht, auch der Grund zum Danken und Loben gesehen wird, dass dann Danken und Loben praktiziert wird? Wird das Gute nicht leicht zum Selbstverständlichen, die Gesundheit, das Geld, der Luxus, die Sorglosigkeit gegenüber dem alltäglichen Bedarf? Gewöhnt man sich nicht ganz schnell an Frieden, Freiheit, Überfluss? Erklingen sie dort, die dankbaren Jubelgesänge, die lautstarken Lobeschöre, die aus tiefstem, dankbarem Herzen kommen? Wohl kaum. Not lehrt Beten, nicht der Überfluss.

Das ganze Lied „O Heiland reiss den Himmel auf“ ist ein einziges Gebet. Aber es ist ein Klagegebet, ein Gebet der Hoffnung und Sehnsucht. Nur diese 7. Strophe ist anders. Plötzlich: Danken und Loben. Ich denke, dieses kleine Wort „da“ heisst nicht “dort“ oder „dann“, sondern es heisst „hier“ und es heisst „jetzt“. Jetzt wollen wir dich loben und hier wollen wir dir danken. Obwohl sich äusserlich gar nichts geändert hat, ja manches ist sogar noch schlimmer und härter geworden, dennoch bleiben wir nicht beim Klagen und Jammern stehen, sondern lassen uns vom Loben und Danken bewegen.

Die gleiche Bewegung finden wir in der Weihnachtsgeschichte. Die Hirten auf dem Felde, sie bleiben nicht in ihrer Dunkelheit, sie bleiben nicht in ihrer Angst, sie halten sich nicht fest an ihrer Klage, sondern sie setzen sich in Bewegung..

Was ist mit ihnen geschehen? Ja, was ist mit David Gregor Corner geschehen, dass er die 7. Strophe hinzudichten musste? Warum sieht er noch etwas anderes als das, was den Dichter der vorherigen Strophen belastet hat, als das, was seine Mitmenschen bedrückt? Und was ist es, was gerade diese Hirten auf dem Felde auf den Weg bringt? Sie haben alle eines gemeinsam: sie haben in den Himmel geschaut. Und sie haben in den Himmel hineingehört. Sie sind von etwas ergriffen, was Menschen sich nicht selber machen können. Sie haben erkannt: es gibt nicht nur Fragen. Sondern es gibt Antworten, es gibt eine Antwort: Gott wurde Mensch. Der Himmel ist auf die Erde gekommen, Gottes Wirklichkeit schafft sich Platz im Herzen der Menschen. Das reisst einen vom Stuhl, ganz anders als wenn Herta BSC wieder ein Tor schiesst. Das füllt einen aus, ganz anders, als wenn ein Raum voller Geschenke das Auge überfliessen lässt.

Gott wurde Mensch, in Armseligkeit und Einfachheit, in einer Futterkrippe, im Stall, bei Ochs und Esel. Aber gerade da ist Glanz und gerade da ist Licht. Da ist die Fülle des Lebens erfahrbar .Der Heilige Abend ist eine Gelegenheit, sich diesem Glanz zu öffnen, und eine Christmette noch mehr. Wir haben den Tag hinter uns gelassen. Wir haben vielleicht den gedeckten Tisch und den Baum mit den Geschenken hinter uns gelassen, vielleicht aber auch die Kälte der Strasse und die Einsamkeit des Wartens, vielleicht haben wir alles, was wir mitschleppen, was uns bedrückt, aber vielleicht auch abstumpft, draussen gelassen und sind jetzt hier. In der Stille dieser Nacht will uns das grosse Ereignis erfüllen und das, was uns zum Jubeln bringt, anstossen: „Ehre sei Gott im Himmel und auf Erden“.

Wir sind noch nicht dort angekommen, wo uns der Glanz umfassend umgibt, wo  die Fülle des Lebens unendlich ist. Aber wir können in den Himmel schauen und die Himmelstöne hören, wie die Hirten auf dem Felde und wie David Gregor Corner – und deshalb über das hinausgehen, was wir bisher gehört und gesehen haben, und über das  hinaussehen, was bisher unseren Horizont begrenzt hat: Gott wurde Mensch und will uns der Fülle des Lebens teilhaftig werden lassen. Und das kann geschehen, auch in einer solchen Nacht wie dieser.

Wo das geschieht, da bleibt man nicht bei sich selbst stehen. Nicht der einzelne singt und lobt allein, und nicht nur einer der Hirten hat sich auf den Weg gemacht. „Da wollen wir all danken dir“ und „da wollen wir all loben dich“, es ist eine gemeinsame Bewegung, die von dem Ereignis der Nacht mit ihrem Blick in den Himmel ausgeht. Aus dem gemeinsamen Loben und Danken kommt die Bewegung des Gehens. „Lasst uns nun gehen“, sprachen die Hirten untereinander. Wer sieht, dass dieser Himmel auf die Erde kommt, dass Gott Mensch wird, der sieht auch, wie sehr die Erde durch dieses Ereignis geadelt wird und welche Wertigkeit jeder Mensch durch dieses Geschehen bekommen hat. Der Blick wird geschärft für alles, was Menschen ihre Würde und ihre Wertigkeit nimmt. Genauso auch für das, was dieser Erde Schaden und Schmerzen zufügt. Die Bewegung, die in Gang gesetzt wird, ist eine Bewegung der Mitmenschlichkeit und der Verantwortung für die Schöpfung. Denn die Erde ist von Gott geadelt und der Mensch von ihm mit Würde versehen. Wir können deshalb nicht schweigen, wenn wir sehen, dass Menschen leiden und ihnen ein Leben in Gerechtigkeit gestohlen wird.  Wir können  nicht still sitzen, wenn Menschen sich gehen lassen, sich aufgeben, ihre Würde selber beschmutzen und ihren Wert wegwerfen.

An diesem Weihnachtsfest, wo viele noch einmal richtig konsumiert haben und sich ins Gewühl gestürzt haben, um zu kaufen, umzusetzen und zu geniessen, wird besonders sichtbar, wie viele Menschen davon abgehängt sind. Am letzten Samstagvormittag, bei minus elf Grad, stand ein junger Mann, frierend an einer Autoampel in der Clayallee. Er verkaufte die „Motz“. Ich werde seinen freundlichen Blick nicht vergessen, als ihm endlich eine Zeitung abgenommen wurde. Wieviele Menschen haben sich durch die eisige Kälte vor einigen Tagen gekämpft? Für wie viele Mütter oder Väter hat es zu Hause nicht zu wenigstens ein paar Geschenken für die Kinder gereicht? Wieviele Menschen müssen, wenn sie etwas zusätzlich bekommen, die vorhandenen Löcher stopfen, und es reicht doch nicht! In dieser Stadt sind es viele. Und in unserem Land sind es noch mehr. Es ist eine schreiende Ungerechtigkeit, dass es manchmal noch nicht einmal für das Nötigste reicht, während an anderer Stelle völlig unnötige Steuergeschenke gemacht werden, dass Kindergeld bei den Hartz IV-Beziehern abgezogen wird, das  anderen Beziehern wegen des Umfangs nur ein müdes Lächeln abringt, weil sie es nicht brauchen, aber doch gerne einstecken. Gemeinsam in Bewegung sein heisst auch: sich gemeinsam nicht damit abfinden, dass es unter uns so ungerecht zugeht, sondern dagegen zu halten und Veränderung zu fordern und dafür einzustehen. Aber das bedeutet genauso, bei den Menschen zu sein, die einen brauchen und nicht erst auf die politischen und wirtschaftlichen Veränderungen zu warten.

Schliesslich heisst das, seinen Lebensstil so zu verändern, dass die Schätze dieser Erde geschont werden, die Luft reingehalten wird und durch unsere Lebensform nicht noch weiter anderen Menschen auf dieser Welt die Lebensgrundlage entzogen wird. Letztlich kann das auch bedeuten, sich ermutigen zu lassen, die eigene Lage anzugehen, sie verändern zu wollen und sich dafür auch Hilfe zu holen.

Der Blick in den Himmel lässt keinen im Dunkeln. Das Loben und Danken setzt in Bewegung und richtet auf, gegen die Resignation und die Mutlosigkeit. Friede auf Erden, Friede unter den Menschen und Friede mit der Schöpfung ist das Ziel. „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens“. Wir können dies alles, weil wir darauf vertrauen können, dass durch das Kommen Gottes auf Erden eben genau dieser Gott bei uns ist. Wir sind erlöst, d.h. all die Fragen und Themen, die uns belasten und bedrücken, haben für uns nicht das letzte Wort. Deshalb sind wir aufgerichtet. Deshalb sind wir ermutigt. Deshalb sind wir hoffnungsvoll. Und wir wissen uns behütet.

Ich versuche, dem Lied noch eine achte Strophe hinzuzufügen. Sie könnte so lauten:

Nun machen wir uns auf zu dir,
und sehn die Menschen mit uns hier
wir gehen mit durch viele Tal
behütet sind wir allzumal.

Amen.

 
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Verfasst von - 31. Dezember 2009 in Andachten

 

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Rogate-Andacht: Ansprache „O Erd, schlag aus“

In der Rogate-Andacht am 26. November 2009 sprach Dr. Cornelia Kulawik, Pfarrerin an der  Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche:

„Heil und Gerechtigkeit wachse mit auf!“, so die großen Worte, in die der Prophet Jesaja all seine Hoffnung zu fassen sucht. „Heil und Gerechtigkeit“.

Vermutlich teilen wir alle die Erfahrung, dass solche großen Worte sich erst füllen können, wenn wir sie in unseren ganz konkreten Alltag übersetzen.

Woran denken Sie, an welche Situationen, an welche Menschen, wo Sie sich ein Heilsein, ein Heilwerden besonders wünschen? Wo drohen gerade Beziehungen zu zerbrechen, wo sind sie zerbrochen? Welche Lebensumstände empfinden Sie für sich gerade als schwierig, zerrissen, als heillos?  Und – wo nehmen wir das Unrecht, das tagtäglich geschieht, nicht nur als Information auf, sondern wo  berührt es uns wirklich?

Die Ansprache in ganzer Länge finden Sie hier. Die Rogate-Initiative dankt Dr. Kulawik herzlich für Ihre Mitwirkung und die Erlaubnis, die Ansprache hier veröffentlichen zu dürfen. Den Liturgiezettel vom 26.11.2009 finden Sie hier.

 
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Verfasst von - 24. Dezember 2009 in Andachten

 

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Rogate-Christmette: „Wer dankbar leben kann, ist offen für die Gerechtigkeit“

Im Berliner Stadtteil Schöneberg liegt die evangelische Zwölf-Apostel-Kirche zwischen Regierungs- und Botschaftsviertel, zwischen Kulturforum und dem Regenbogenkiez. Direkt an der Kirche beginnt der Straßenstrich und zudem ein angesagtes Wohnquartier. Ein Kiez voller Gegensätze und Geschichte: Das Gemeindegebiet reicht vom Bundeskanzleramt in Mitte bis zum Kleistpark und dem Gebäude des ehemaligen NS-Volksgerichtshofs. Drei Friedhöfe werden verwaltet, auf ihnen fanden u.a. die Gebrüder Grimm und Rudolf Virchow ihre letzte Ruhestätte. Die Gemeinde hat sich den Schwerpunkten Gottesdienst und Diakonie, Glaube an Gott und Dienst am Nächsten verschrieben. So werden seit bald 18 Jahren Spritzen für Drogenabhängige getauscht, im Rahmen der Aids-Prävention Kondome verteilt und Andachtsreihen wie die „Berliner Politikerkanzel“ gefeiert.

In dieser Gemeinde predigt am Heiligen Abend 2009 der Präsident des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland, Klaus-Dieter K. Kottnik, in der Christmette. Er hat sich bewusst für diesen Ort in der Mitte Berlins entschieden, um das Thema der Verteilungsgerechtigkeit anzusprechen. Kottnik: „Wer dankbar leben kann, ist offen für die Gerechtigkeit, die anderen dankbares Leben ermöglichen soll. Die Dankbarkeit kommt aus der Erfahrung des geschenkten Glaubens.“

Nach dem Abitur studierte Kottnik von 1972 bis 1979 evangelische Theologie am Theologisches Seminar des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden Hamburg-Horn, an der Universität Hamburg und an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Er wurde im Jahre 1979 ordiniert. Von 1991 bis Januar 2007 war Kottnik theologischer Vorstand und Vorstandsvorsitzender der Diakonie Stetten, Kernen in Remstal. Zusätzlich war er von Juli 2005 bis Februar 2006 Vorstandsvorsitzender des Evangelischen Diakoniewerks Schwäbisch Hall. Von Beginn an seiner Tätigkeit in Stetten setzte sich Kottnik für Interessen von geistig und körperlich Behinderten Menschen in verschiedenen Gremien ein. So war er von 2002 bis 2007 1. Vorsitzender des Bundesverbandes evang. Behindertenhilfe (BeB). Klaus-Dieter K. Kottnik wurde am 19. Oktober 2006 als Nachfolger von Jürgen Gohde zum Präsidenten des Diakonischen Werkes der EKD gewählt und trat dieses Amt am 1. Februar 2007 an.

Musikalisch ist der Gottesdienst, der am Weihnachtsfest liturgisch den Höhepunkt bildet, reich ausgestaltet: Das Kiezorchester Schöneberg und der Zwölf-Apostel-Chor tragen unter Leitung von Kantor Christoph Claus u.a. Werke aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach vor. Zudem wird noch einmal das von Pfadfindern gebrachte und seit dem 17. Dezember gepflegte Friedenslicht von Bethlehem an die Gemeinde ausgegeben.

Den Ablauf der Christmette, Beginn ist um 23 Uhr, finden Sie hier.
Ein Foto des Diakonie-Präsidenten finden Sie hier.

Evangelische Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg
Lageplan: hier.

 
 

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Rogate-Andacht: Fürbitte bei der Übergabe des Friedenslichtes aus Bethlehem am 17.12.2009

Barmherziger Vater, wir danken dir für das Licht, dass uns Hoffnung machen will. Lass es hell erstrahlen, wenn das Böse sich Bahn brechen will in dieser Welt, in dieser Stadt und in unserem Leben. Wir bitten dich um Frieden in Palästina und Israel. Schenke du Frieden auf Erden. Mache alle Friedfertigen stark und lass die Uneinsichtigen milde werden. Hilf, dass das Fest der Geburt deines Sohnes den Frieden den Menschen näher bringe. Gib Frieden, Herr, unseren Tagen. O komm, du Morgenstern und schenke du Hoffnung!

Kehrvers Gemeinde

1. O komm, o komm, du Morgenstern,
lass dich uns schauen, unsern Herrn.
Vertreib das Dunkel unsrer Nacht
Durch deines klaren Lichtes Pracht.
Freut euch, freut euch, der Herr ist nah.
Freut euch und singt Halleluja.

Jesus Christus, unser Bruder, wir danken dir für alle, die den Frieden suchen, für alle, die mit Liebe sich für andere einsetzen und fröhlich ihren Glauben an dich leben. Wir danken dir für die Arbeit der Pfadfinder für den Frieden und ihren Einsatz für andere. Segne du die Pfadfinder, dass sie weiter dem Frieden dienen und sich mit Freude für Verständigung einsetzen. Segne du die Pfadfinder in unserem Land und unserer Stadt Berlin, dass sie voller Freude und Fantasie anderen helfen und zum Zusammenhalt beitragen. O komm, du Morgenstern, und bring Frieden unseren Tagen!

Kehrvers Gemeinde

2. O komm, du Sohn aus Davids Stamm,
du Friedensbringer, Osterlamm.
Von Schuld und Knechtschaft mach uns frei
und von des Bösen Tyrannei.
Freut euch, freut euch, der Herr ist nah.
Freut euch und singt Halleluja.

Heiliger Geist, wir danken dir für die, die den Glauben weiter geben und die befreiende Gemeinschaft mit allen, die an dich glauben. Segne du die evangelische Kirche, die Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Bischof Dröge, Generalsuperintendent Meister, die Gemeinden und alle, die zum Dienst in dieser Kirche berufen sind. Schenke der Kirche Kraft und einen fröhlichen Glauben, dass sie zum Glauben an dich einlädt. O komm, du Morgenstern, dass deine ganze Kirche dein Wort verheißt.

Kehrvers Gemeinde Strophe 3

Die Liturgie des Gottesdienstes finden Sie hier.

 
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Verfasst von - 19. Dezember 2009 in Andachten

 

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Presseschau: „Friedenslicht in der Zwölf-Apostel-Kirche“

POTSEBLOG

„Durch das Weiterreichen soll das Friedenslicht einen Wirkkreis für eine gerecht und solidarische Welt entfalten. Elmar Siegling erinnert sich, dass sich vor zwei Jahren israelische und palästinensische Pfadfinder in Berlin trafen, um dieses Ritual gemeinsam mit deutschen Pfadfindern zu begehen. „Es war eine sehr intensive Begegnung,“ sagt er. „Wir konnten über vieles leichter reden.“

Bis Weihnachten wird die Friedensflamme in der Zwölf-Apostel-Kirche brennen. Im Weihnachtsgottesdienst werden dann die Kerzen an ihr entzündet. So wird eine Verbindung zwischen der Weihnachtsbotschaft und dem Leben hier im Kiez hergestellt.“

Quelle: Bericht POTSEBLOG

 
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Verfasst von - 19. Dezember 2009 in Andachten, Presseschau

 

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Rogate-Andacht: Das Friedenslicht aus Bethlehem ist da.

In einem feierlichen ökumenischen Gottesdienst überbrachte Elmar Sieling gestern Abend als Vertreter des Verbandes Christlicher Pfadfinder Berlin-Brandenburg das Friedenslicht aus Bethlehem für den Bereich der Berliner – City West in die Schöneberger Zwölf-Apostel-Kirche. Vertreter aus dem weiten und nahen Umfeld nahmen daran teil und trugen anschließend die Flammen in ihre Häuser und die Nachbarschaft weiter. So hat sich, mit einer Laterne für den Transport ausgestattet, am Abend bereits eine große Gruppe behinderter Menschen das Kerzenlicht abgeholt und nach Hause in das brandenburgische Birkenwerder getragen.

Seit 1986 wird Anfang Dezember in Bethlehem, der Geburtsstadt Jesu, ein Friedenslicht entzündet. Zentral in Wien erfolgt danach die Weitergabe an an Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus ganz Europa, die das Licht in ihre Länder tragen. Das Licht ist ein Symbol für den Wunsch nach Frieden, für die Sehnsucht nach einer gerechten und solidarischen Welt.

Die Friedensflamme wird bis Weihnachten in der Zwölf-Apostel-Kirche in Schöneberg gepflegt. Die Kerzen für die Weihnachtsgottesdienste werden daran entzündet und stellen stellen symbolisch die Verbindung zwischen der Verkündigung der Geburt von Jesus und dem Leben der Menschen vor Ort her.

Der Aussende-Gottesdienst war der siebte Teil einer ökumenischen Reihe über das Adventslied „O Heiland, reiß die Himmel auf“ von Friedrich Spee (1591 – 1635). Es sprach Oberkonsistorialrat Christoph Vogel an diesem Abend über den Vers „Vom Elend zu dem Vaterland“. Das Wort „Elend“ stand im früheren Sprachgebrauch für das Ausland oder die Fremde.

Die Liturgie des Gottesdienstes finden Sie hier.

Die Gottesdienstreihe wird am Heiligen Abend, 24.12., 23.00 Uhr, mit einer Predigt des Präsidenten des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland, Klaus-Dieter K. Kottnik, in der Christmette der Zwölf-Apostel-Gemeinde abgeschlossen.

 
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Verfasst von - 18. Dezember 2009 in Aktuelles, Andachten, Termine

 

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Rogate-Andacht „In Finsternis wir alle sein“

Die Andacht „In Finsternis wir alle sein“ vom 10. Dezember 2009 in der Film-Dokumentation. Einen Gottesdienstzettel (Ablauf der Feier) finden Sie hier.

• Musik zum Eingang (Improvisation „Es kommt ein Schiff geladen“)

• Lied „Das Volk, das noch im Finstern wandelt“, Evangelisches Gesangbuch (EG) 20, 1 ‐ 8

Begrüßung und Gebet
• Psalm 103, 6 ‐ 13 mit Antiphon nach EG 19
• Lesung aus der Mitte der Gemeinde: Jesaja 9,  1 ‐ 6

• Lied „O Heiland, reiß die Himmel auf“, EG 7, 1 ‐ 6

Impuls Dr. Irene Ahrens – Teil 1

Den Text des Impulses finden Sie zum Nachlesen hier.

Impuls Dr. Irene Ahrens – Teil 2

Improvisation „O Heiland, reiß die Himmel auf“

Fürbitte und Liturgie des Heiligen Abendmahls (im Film bis zur Einsetzung)
Barmherziger Vater, wir danken dir für das Licht, das du uns immer wieder zeigst. Lass es uns hell
erleuchten, wenn die Dunkelheit sich auf unser Leben und unser Gemüt legen will. Mach
uns bereit für dich, dass wir voller Zuversicht auf dich hoffen, wir fröhlich und voller
Zuversicht auf dich warten in der Dunkelheit unserer Tage.
O komm, o komm, du Morgenstern und lass es tagen!

Kehrvers Gemeinde

1. O komm, o komm, du Morgenstern,
lass dich uns schauen, unsern Herrn.
Vertreib das Dunkel unsrer Nacht
Durch deines klaren Lichtes Pracht.
Freut euch, freut euch, der Herr ist nah.
Freut euch und singt Halleluja.

Jesus Christus, unser Bruder,
wir danken dir für alle, die sich für die Menschenrechte engagieren, für die Arbeit von
Amnesty InternationalHuman Rights Watch und allen, die sich für das Recht auf Leben, für die Freiheit und die Gerechtigkeit einsetzen. Schenke ihnen allen Ausdauer und
Fantasie, dass ihr Einsatz der Menschheit helfen möge. Zeige uns Wege, dass wir die
Rechte anderer schützen und voller Freude gute Anwälte des Lebens sind.

O komm, o komm, du Morgenstern in die Bedrängnis unserer Welt!

Kehrvers Gemeinde

2. O komm, du Sohn aus Davids Stamm,
du Friedensbringer, Osterlamm.
Von Schuld und Knechtschaft mach uns frei
und von des Bösen Tyrannei.
Freut euch, freut euch, der Herr ist nah.
Freut euch und singt Halleluja.

Heiliger Geist, wir danken dir für die Gemeinschaft mit allen, die an dich glauben.
Segne du unsere anglikanische Schwesterkirche, ihre Leitung und die Gemeinden, die
Bischöfe Rowan Williams und Geoffrey Rowell, die Berliner Gemeinde St. Georges und
alle, die in ihr zum Dienst berufen sind. Hilf, dass die Weltkirche sich wieder eine, den Streit schlichte, niemanden ausschließe
und sie wieder zum gemeinsamen Lob sich finden möge.

O komm, o komm, du Morgenstern, dass deine ganze Kirche und wir mit ihr zum Frieden finden!

Kehrvers Gemeinde Strophe 3

Das Fürbitt-Gebet zum Download finden Sie hier.

 
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Verfasst von - 12. Dezember 2009 in Andachten

 

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Rogate-Andacht: Impuls „In Finsternis wir alle sein“ von Dr. Irene Ahrens

„O Sonn‘ geh‘ auf, ohn‘ deinen Schein, in Finsternis wir alle sein.“ Diese Worte aus dem Lied „O Heiland, reiß den Himmel auf“ erinnern uns in der Adventszeit daran, dass wir auf Christi Wiederkunft am Ende der Zeit warten.  Aber zugleich warten wir auch auf Christi Geburt mitten in der dunklen Jahreszeit.

Wobei der Verfasser des Liedes, der Jesuiten-Pater Friedrich Spee, der dieses Lied mitten im Dreißigjährigen Krieg geschrieben hat, sicher weniger an die Dunkelheit der Jahreszeit gedacht hat, als viel mehr an die grauenvolle Düsternis dieser Kriegszeit.

Ich möchte diese Worte von Friedrich Spee auf eine Form der Dunkelheit in unserer Seele beziehen. Diese Dunkelheit ist ganz anders als jene, die von außen über uns kommen kann, als Misserfolg, Krankheit, Krieg oder Verfolgung. Sie ist aber auch anders als die innere Dunkelheit, die als Depression in uns aufsteigen und sich ausbreiten kann.

All diesen Formen der Dunkelheit sind wir eher ausgeliefert, als dass wir etwas dafür oder dagegen tun könnten. Aber es gibt eine Form der inneren Dunkelheit, die von Alters her als Sünde angesehen worden ist. Sünde im weitesten Sinne ist eine Fehl-haltung dem Leben gegenüber.  Im lateinischen Katalog der sieben sogenannte Todsünden oder Hauptlaster heißt diese Fehlhaltung „acedia“, auf Deutsch Trägheit oder Gleichgültigkeit. Die großen Sieben Sünden im kirchlichen Sprachgebrauch sind: Stolz, Neid, Gier, Wollust, Ärger, Geiz und Trägheit.

Heutzutage ist Sünde ein Wort, das eher belächelt als gefürchtet wird. Und, außer vielleicht der Trägheit, werden diese Sünden gern in der Werbung verwendet. Stolz, Wollust und auch Geiz gelten als cool. Und Zorn wird nicht selten als für psychologisch gesund angesehen. Ursprünglich aber wurden diese Sünden sehr ernst genommen, denn sie beschreiben eine Art zu leben, die uns selbst und anderen schadet. Im 1. Petrusbrief heißt es, „diese Sünden führen Krieg gegen eure Seelen.“ (1 Petrus 2:11)

Sünden sind also zerstörerische Gewohnheiten. So nannte sie jedenfalls der im 5. Jh. lebende Mönch Evagrius Ponticus. Evagrius stellte zum ersten Mal so etwas wie einen Sündenkatalog zusammen, in dem die Trägheit, die „acedia“, eine wichtige Rolle spielte.

Wie sieht nun die Dunkelheit der Seele aus, die den Namen Trägheit oder Gleichgültigkeit trägt und die besonders dort vorkommt, wo äußerlich alles recht gut zu laufen scheint? So wie damals im Eremitenleben des Evagrius und so wie heute in der Wohlstandsgesellschaft. Diese Trägheit des Herzens und des Geistes kann man nicht einfach „Faulheit“ nennen. Sie ist mehr.

Der russischen Schriftstellers Iwan Gontscharow schuf im 19.Jh. mit der Figur des Oblomov die klassische Verkörperung der nihilistischen und teilnahmslosen Trägheit. Oblomov zeigt jene Trägheit des Herzens und des Geistes, die tragisch endet, weil zum Schluss nur noch das Gefühl vollkommener Sinnlosigkeit bleibt. Das ist der Grund, warum die „Acedia“, die Trägheit, als eins der Hauptlaster und als Fehlhaltung dem Leben gegenüber gilt. Denn wo am Ende nur Sinnlosigkeit bleibt, da ist das Leben verfehlt.

Oft beginnt diese Haltung mit kleinen Unachtsamkeiten und mit Weggucken: mit einem Schulterzucken, „Was geht mich das an?“ Das Laster mit dem Namen Trägheit ist eine Langweile am Leben, die sich immer wieder äußert in Sätzen wie, Keine Ahnung.“, „Ist mir doch egal.“ „Hab‘ keinen Bock.“ „Was hab‘ ich damit zu tun?“

Manchmal lässt sich eine Haltung am besten definieren mit einem Blick auf das Gegenteil. Deswegen möchte ich Sie fragen: Können Sie sich vorstellen, dass Jesus jemals gesagt hätte, „Ist mir doch egal“ oder „Geht mich nichts an“?

Bestimmt nicht, oder? Jesus war in Freude und im Leid jedem Menschen, der Ihm begegnete, ganz zugewandt. Aber Jesu Leben war kein rastloses Leben, sondern ein Leben, das von Stille und innerem Frieden getragen wurde. Dagegen zeigt sich die Trägheit – im Englischen mit dem herrlich unattraktiven Wort „sloth“ bezeichnet –  oft in Ruhelosigkeit und Unzu-friedenheit.

Das alte Rolling Stones Lied, „I can’t get no satisfaction“ trifft genau das Lebensgefühl des in Teilnahmslosigkeit versinkenden und verharrenden Menschen und könnte die Nationalhymne der Trägheit sein. In dieser Lebenseinstellung nimmt man die Menschen um sich herum kaum wahr – sie interessieren einen einfach nicht. Ein Mensch, der sich dieser seelischen Trägheit hingibt, ist sozusagen in sich selbst eingerollt wie ein Igel im Winterschlaf.

Aber Verzweiflung ist dies nicht, weil nur ein in relativem Wohlstand lebender Mensch sich solchen Lebensüberdruss leisten kann. Trägheit des Geistes, Gleichgültigkeit und Überdruss am allem entsteht aus Egoismus. Der Blick für das Gute und Schöne geht verloren. Langweile breitet sich aus. Acedia ist die Verzweiflung des Egoismus.

In seiner Göttlichen Komödie betrachtete Dante die Trägheit sozusagen von Gott her und sagte, „Trägheit lässt uns die Liebe zu Gott und das Interesse an Gott verlieren.“ Dies fällt natürlich besonders im religiösen Leben auf und darum wurde Trägheit als Laster zuerst von Mönchen erkannt und beschrieben.

Was aber ist das Heilmittel gegen dieses „I can’t get no satisfaction“, gegen die „Null Bock“ Lebenseinstellung, die so zerstörerisch auf das eigene Leben wirkt? Schon der Heilige Paulus scheint in seinen Gemeinden der Trägheit begegnet zu sein. So gibt er im Philipperbrief ein dreiteiliges Rezept. So schreibt er, erstens, „Freuet euch allzeit, und wiederum sage ich euch, ‚Freuet euch!“ Und dann, zweitens, rät er, „Füllt euren Geist mit guten und wertvollen Dingen und Gefühlen – mit allem, was gut, schön und edel ist.“

Und, drittens, schließlich erinnert Paulus die Philipper und uns daran, dass es nicht reicht, immer nur Schönes und Gutes zu denken. Wir sollen es auch tun, sonst kommt man nicht heraus aus dem negativen Denken.

„Es gibt nichts Gutes, es sei denn man tut es,“ ist ein wunderbares Mittel gegen die Trägheit der Seele und des Herzens. Wenn es stimmt, dass unter allem Überdruss und aller Langweile und allem Desinteresse an unserer Umgebung ein Interesse-Verlust an Gott liegt, dann ist das beste Gegenmittel: sich jeden Tag Gott ganz bewusst aufs neue zuzuwenden.

Darin liegt ja auch die Botschaft des Advent. Wir warten auf Gott. Das heißt: wir wenden uns Gott zu. Schon allein dadurch fällt Licht in unsere innere und äußere Welt. Jeden Adventssonntag zünden wir eine neue Kerze an. Damit können wir sagen: es wird heller auf unserem Weg, je näher wir Jesus kommen. Denn Jesus ist das Licht der Welt. Und wenn wir dann Weihnachten an der Krippe knien, dann danken wir Gott, dass Gott zu uns gekommen ist mit Seinem Licht.

Und diese Dankbarkeit ist das beste Heilmittel gegen die Finsternis. Denn wer dankt, kann nicht ganz unglücklich und teilnahmslos sein. Wenn ich es mir jeden Abend zur Gewohnheit mache, vor dem Schlafen gehen an drei Dinge zu denken, für die ich Gott danken kann,  dann wird es selbst nach einem schweren und mühsamen Tag heller in mir. Der Dank kann für ein Lächeln sein, das mir jemand geschenkt hat. Es kann für eine gute Mahlzeit sein. Es kann für eine kleine lustige Begebenheit im Alltag sein. Es gibt so viel, wofür wir Gott danken können, auch wenn wir das meiste immer als  ganz selbstverständlich hinnehmen.

Wenn ich dann nach einer Woche einmal alle Dankeschöns zusammen zähle, komme ich immerhin auf 21 Mal „Danke Gott!“ So etwas lässt das Bewusstsein in uns wachsen, dass Trägheit und Desinteresse einfach nicht mit dem Leben übereinstimmen. Wer Gott dankt, zündet in sich ein Licht an, das hinaus strahlt in die Welt und das uns selbst im Innersten erwärmt. Amen.

 
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Verfasst von - 11. Dezember 2009 in Aktuelles, Andachten

 

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Rogate-Andacht: „In Finsternis wir alle sein“ heute Abend

„In Finsternis wir alle sein“ ist der Titel des Impulses der anglikanischen Pfarrerin Dr. Irene Ahrens am Abend (Donnerstag, 10. Dezember 2009, Tag der Menschenrechte) in der evangelischen Zwölf-Apostel-Kirche in Schöneberg. Die Überschrift der Ansprache stammt aus der fünften Strophe des Liedes „O Heiland, reiß die Himmel auf“ von Friedrich Spee (1591 – 1635). Im Gottesdienst wird zudem gemeinsam Eucharistie gefeiert, die anglikanische und die evangelische Kirche verbindet die Tischgemeinschaft beim Abendmahl. Die musikalische Gestaltung liegt bei Uwe Steinmetz, Saxophon, und Christoph Claus, Orgel.

Mehr über Pfarrerin Dr. Irene Ahrens finden Sie hier.

Der Gottesdienst beginnt um 19.30 Uhr. Die Liturgie finden Sie hier.

Zwölf-Apostel-Kirche
An der Apostelkirche 1
10783 Berlin-Schöneberg
Lageplan: hier.

Herzliche Einladung zu den Gottesdiensten in den nächsten Wochen:

Donnerstag, 17.12., 19.30 Uhr, “Vom Elend zu dem Vaterland”, mit Weitergabe des Friedenslichtes aus Bethlehem durch die Pfadfinder des VCP Berlin-Brandenburg
Impuls:  Dr. Christoph Vogel, Oberkonsistorialrat und Leiter Theologische Aus-, Fort- und Weiterbildung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
Musik: Uwe Steinmetz, Saxophon

Heiligabend, 24.12., 23.00 Uhr, “Da wollen wir all loben dich”
Impuls: Klaus-Dieter K. Kottnik, Präsident des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland
Musik: Zwölf-Apostel-Chor

 
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Verfasst von - 10. Dezember 2009 in Aktuelles, Andachten, Termine

 

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