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Archiv der Kategorie: Sonstiges

Evangelische Kirche: Rogate-Kloster als Werk anerkannt

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) hat das Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin als “geistliche Gemeinschaft” und Teil der Kirche anerkannt. Die Kirchenleitung hofft auf einen “Impuls zum geistlichen Leben in der Landeskirche”. Der Entscheidung war eine Visitation des Kirchenkreises Schöneberg und eine jahrelange intensive Prüfung der Anliegen des Klosters durch das Konsistorium vorausgegangen.

Auf Einladung der Schöneberger Zwölf-Apostel-Gemeinde ist das Kloster bzw. seine Vorgängerinitiative seit 2008 in den Räumen der Kirchengemeinde zu Gast. Mehrmals wöchentlich feiern die Konventsmitglieder öffentlich Gottesdienst in der Nähe des Nollendorfplatzes gelegenen Kirche und laden zu Veranstaltungen in das Gemeindehaus ein. Rogate engagiert sich u.a. für die gemeindeeigenen Kirchhöfe durch Fürbitt-Andachten auf den Friedhöfen für ordnungsbehördlich bestattete Verstorbene, die ohne kirchliche Trauerfeier beigesetzt wurden.

Die EKBO-Kirchenleitung hält in ihren Beschluss eine Arbeitsteilung zwischen der Schöneberger Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde und dem Kloster “bis hin zur Übernahme gemeindlicher und kirchlicher Aufgaben durch die Kommunität” für wünschenswert.

Die ökumenisch orientierte Rogate-Gemeinschaft ist aktuell auf der Suche nach eigenen Räumlichkeiten um Spiritualität, Wohnen, Bildungsarbeit und soziales Engagement zu verbinden. Zum Kloster gehören 20 Christen aus verschiedenen Kirchen, die sich als Unterstützende oder Janitoren zur Klosterzugehörigkeit verpflichtet haben. Derzeit drei Brüder bilden den Konvent der Rogate-Gemeinschaft. Sie hat sich eine Ordnung gegeben, die sich an der Ordensregel des Heilgen Augustinus orientiert.

Ehrenmitglieder des Trägervereins des Klosters sind u.a. Pater Klaus Mertes SJ und der Bischof von Saltillo, José Raúl Vera López.

Das Kloster soll, so die Leitung der rund 1,2 Millionen evangelische Christen zählende Landeskirche, in das Projekt “Kleine geistliche Gemeinschaften” des landeskirchlichen Reformprozesses eingebunden werden. Der Aufsicht zugeordnet ist das Kloster der Berliner Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein. Zur EKBO gehören 1.500 Kirchengemeinden, die in 35 Kirchenkreise und drei Sprengeln organisiert sind. Prior des Klosters ist Br. Franziskus RGSM.

 

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Flutopferhilfe: Sammlung für Passauer Gemeinde

In Passau ist durch das Hochwasser der Inn die kleine Auferstehungskapelle der alt-katholischen Gemeinde geflutet worden. Etwa 1,50 Meter stand das Wasser im Gotteshaus und zerstörte das Inventar.

Bischof Dr. Ring vom Kath. Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland: „Alle, die selber schon mit Hochwasser zu tun hatten, wissen, dass sich das Wasser zwar zurückzieht oder abgepumpt werden kann, der Dreck aber liegt noch da und die Feuchtigkeit steckt in den Wänden. Von den Schäden am Inventar ganz zu schweigen. Auf unsere Passauer Geschwister wartet also viel Arbeit.“

Das Rogate-Kloster bittet um Spenden, die  der Passauer Kirchengemeinde zur Wiederherstellung ihrer Kapelle zugeleitet werden. Bischof Ring: „Sie zählt nicht zu den vermögenden Gemeinden und kann die nun auf sie zukommenden Ausgaben nicht aus eigenen Mitteln schultern.“

Bitte unterstützen Sie die Sammlung durch Ihre Überweisung. Kontonummer des Rogate-Klosters: Konto 6010288019, bei der Pax Bank, Bankleitzahl 37060193. Bitte Stichwort „Fluthilfe Passau“ hinzufügen. IBAN DE76 3706 01936010 2880 19. BIC-Code BIC-Code GENODED1PAX.

Bischof Dr. Ring besucht das Rogate-Kloster am 18. Juni 13. Das Kloster will ihm an diesem Termin das Sammelergebnis für die Passauer Gemeinde seines Bistums das Ergebnis überreichen.

 

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Blick über den Tellerrand: Moderationsgottesdienst und Chatandacht

Zeit für Trost und Trauer ist wichtig, deshalb feiern evangelische Christinnen und Christen am

Ewigkeitssonntag Gottesdienst, gedenken ihrer Verstorbenen und befehlen sie Gott an. Dies ist nicht nur in Gemeinden und Gottesdiensten vor Ort möglich, wie bei der Rogate-Messe am Sonnabend, sondern auch im Internet: Bereits zum vierten Mal seit 2009 findet auf www.trauernetz.de am Sonntag, 25. November, um 18.00 Uhr eine Chatandacht statt.

Ab sofort ist unter www.trauernetz.de ein Trauerbuch geschaltet, in das bis zum Ewigkeitssonntag die Namen von Verstorbenen eingetragen werden können. Während der Online-Andacht werden die Namen der Verstorbenen eingeblendet – danach sind alle Gäste der Internet-Andacht eingeladen, im Chat gemeinsam das Vaterunser zu beten und so Gedenken und Fürbitte zu verbinden.

Am letzten Sonntag jedes Kirchenjahres werden in den Gemeindegottesdiensten die Namen der in diesem Jahr Verstorbenen verlesen, und die Gemeinde schließt sie und ihre Angehörigen in die Fürbitte ein. Viele Menschen haben aber das Bedürfnis, auch namentlich an Menschen zu erinnern, die bereits vor längerer Zeit verstorben sind. Oder die Gemeinde der Verstorbenen ist zu weit vom Wohnort der Angehörigen entfernt, als dass sie dort am Gottesdienst teilnehmen könnten. Besonders für diese Menschen bietet die Chatandacht im Internet eine Möglichkeit, auch namentlich ihrer Toten zu gedenken.

In den Gemeindegottesdiensten oder auch in der Internet-Andacht sprechen Menschen dabei die Namen verstorbener Freunde oder Angehörigen vor Gott im Gebet aus. „Ob die Namen von einem Blatt Papier vor dem Altar verlesen werden oder am Bildschirm aus einem Online-Trauerbuch eingeblendet werden, ist nicht wichtig, entscheidend ist das Vertrauen, dass Gott niemanden vergisst“, fasst Ralf-Peter Reimann, Internetbeauftragter der Rheinischen Kirche und einer der Initiatoren, die Erfahrungen aus der Chatandacht des vergangenen Jahres zusammen.

www.trauernetz.de ist ein Online-Projekt der Evangelischen Kirche im Rheinland in Kooperation mit der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) sowie der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Terminhinweise für diese Woche:
  • Heute Abend, Dienstag, 20. November: Vesper des Rogate-Klosters in der Kapelle der Zwölf-Apostel-Kirche, 19.00 Uhr.
  • Zum Buß-und Bettag lädt die Schöneberger Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde zu einem moderierten Gesprächsgottesdienst ein. Mitwirkende sind: Entertainer, Maler und Publizist Ferry Ahrlé, der Politologe Prof. Iring Fetscher, Pfarrer Andreas Fuhr und Pfarrer Georg Köhler. Mittwoch, 21. November, 19.00 Uhr.
  • Am Donnerstag, 19.30 Uhr, Komplet und Rogate-Abend: „Tod in Berlin. Chancen und Realität der Bestattungskultur in der Hauptstadt“ mit Fabian Lenzen. Ort: Kirche und Pfarrhaus, Kleiner Saal.
  • Rogate-Messe am Sonnabend, 24. November, 12.00 Uhr, auf dem Neuen Zwölf-Apostel-Kirchhof, Werdauer Weg, S Schöneberg. Orgel: Malte Mevissen.
 
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Verfasst von - 20. November 2012 in Sonstiges, Termine

 

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Blick über den Tellerrand: Protestaktion gegen St. Petersburger-Gesetze

Vor dem Brandenburger Tor hat heute ein breites Bündnis von politisch Engagierten gegen ein menschenrechtsfeindliches Gesetz der St. Petersburger gesetzgebenden Versammlung protestiert.

Das Gesetz sieht Geldstrafen für “öffentliche Aktivitäten zur Förderung von Sodomie, Lesbentum, Bisexualität und Transsexualität bei Minderjährigen” vor und tritt mit Unterschrift des Gouverneurs von St. Petersburg in Kraft. In der Folge wird dies LGBTI-Personen in ihrer Meinungs- und Versammlungsfreiheit einschränken. Zudem haben junge LGBTI-Menschen dann keinen Zugang mehr zu Informationen über existierende soziale Gruppen, Netzwerke zur Unterstützung und sexuelle sowie reproduktive Gesundheit. Dieser Informationsaustausch trägt jedoch grundlegend u.a. zum Schutz der Gesundheit von LGBTI-Personen bei. Das Gesetz wird die Organisationen in St. Petersburg zudem stark in ihren Aktivitäten und ihrer Arbeit einschränken.

Das Verbot betrifft etwa die Werbung mit Regenbogenfahnen – einem Symbol der Homosexuellen-Bewegung – sowie öffentliche Aktionen wie Regenbogenparaden. Bei Menschenrechtsorganisationen und in der Schwulen- und Lesbenbewegung stößt das Vorhaben auf heftige Kritik.

Die Rogate-Initative hat sich einem Protest-Aufruf von Amnesty International angeschlossen und per Brief, Fax und eMail bei den Verantwortlichen protestiert.

Das Material von ai wird hier dokumentiert: Der Rogate-Brief an den Governeur von St. Petersburg, Georgy Poltavchenko.Hier der Brief an den Vorsitzender der gesetzgebenden Versammlung von St. Petersburg, Viacheslav Serafimovich Makarov.

 

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Aktuell: Protest gegen menschenrechtsfeindliches Gesetz in St. Petersburg.

Begleitet von Protesten hat das Stadtparlament im russischen St. Petersburg am Mittwoch ein „Gesetz gegen homosexuelle Propaganda“ verabschiedet.

Das Gesetz sieht Geldstrafen für „öffentliche Aktivitäten zur Förderung von Sodomie, Lesbentum, Bisexualität und Transsexualität bei Minderjährigen“ vor und tritt mit Unterschrift des Gouverneurs von St. Petersburg in Kraft. In der Folge wird dies LGBTI-Personen in ihrer Meinungs- und Versammlungsfreiheit einschränken. Zudem haben junge LGBTI-Menschen dann keinen Zugang mehr zu Informationen über existierende soziale Gruppen, Netzwerke zur Unterstützung und sexuelle sowie reproduktive Gesundheit. Dieser Informationsaustausch trägt jedoch grundlegend u.a. zum Schutz der Gesundheit von LGBTI-Personen bei. Das Gesetz wird die Organisationen in St. Petersburg zudem stark in ihren Aktivitäten und ihrer Arbeit einschränken.

Das Verbot betrifft etwa die Werbung mit Regenbogenfahnen – einem Symbol der Homosexuellen-Bewegung – sowie öffentliche Aktionen wie Regenbogenparaden. Bei Menschenrechtsorganisationen und in der Schwulen- und Lesbenbewegung stößt das Vorhaben auf heftige Kritik.

Die Rogate-Initative hat sich einem Protest-Aufruf von Amnesty International angeschlossen und per Brief, Fax und eMail bei den Verantwortlichen protestiert.

Das Material von ai wird hier dokumentiert: Der Rogate-Brief an den Governeur von St. Petersburg, Georgy Poltavchenko.Hier der Brief an den Vorsitzender der gesetzgebenden Versammlung von St. Petersburg, Viacheslav Serafimovich Makarov.

Auf Einladung des Goethe-Instituts hat Frater Franziskus im November 2011 an einem Filmfestival in St. Petersburg teilgenommen. Bilder davon hier. Ein solches Kulturprogramm für die Bevölkerung von St. Petersburg ist künftig nur noch unter Strafe möglich.

 
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Verfasst von - 17. Februar 2012 in Aktuelles, Sonstiges

 

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Termin: Franziskanische Spiritualität und Liebe als Installation.

Willkommen Morgen, Dienstag, 6. Dezember, zu zwei Veranstaltungen:

 

Um 19.oo Uhr, Vesper am Tag des Heiligen Nikolaus. Anschließend Rogate-Abend „Konsequenz franziskanischer Spiritualität: Hospizarbeit für Menschen mit Aids“ mit Mitarbeiterinnen vom Hospiz Tauwerk in Pankow.

und davor:

Um 17.oo Uhr in der Kirche, Eröffnung Installation „Es gibt Liebe, warum hasst du?“, Tanz-Performance: Yaron Shamir (Israel), Musik: Luci van Org + Gerhard Hoffmann, Gesang: Luci van Org + Roman Shamov. Die Einladung zu diesem Termin finden Sie hier.

Hinweis: Unseren Rogate-Gottesdienstplan vom 1. bis 28. Dezember 2011 finden Sie hier.

 

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Aktuell: Ihr Klick für das Rogate-Kloster?

Die ING-DiBa-Bank stellt 100.000 Euro für gemeinnützige Einrichtungen zur Verfügung.

Um in die Auswahl der Begünstigten zu kommen, müssen die „Wettbewerber“ Stimmen sammeln. Die 1.000 Vereine mit den meisten Stimmen erhalten eine Förderung von 1.000 Euro.

Freuen würden uns, wenn Sie uns unterstützen und für das Rogate-Projekt Ihre Stimme abgeben. Klicken Sie auf das Bild, so kommen Sie zur Aktionsseite.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Grußwort der Bundesfamilenministerin:
Menschen in Deutschland engagieren sich in Sportvereinen, bei der freiwilligen Feuerwehr, in Kirchen und karitativen Organisationen, in Freiwilligenagenturen, in der Hospizbewegung, in Nachbarschaftsinitiativen, kulturellen Einrichtungen, Selbsthilfegruppen oder in Sozialunter­nehmen. Ich bin dankbar für das Engagement der Menschen. Vereine bilden für viele dieser Engagierten eine unverzichtbare Struktur, für persönliche Hilfe und Selbsthilfe, für sportlichen Wettbewerb und Kooperation und für echte Gemeinschaft und Gegenseitigkeit.

Deshalb ist es mir eine Freude, die Aktion „DiBaDu und Dein Verein“ der Bank ING-DiBa mit meiner Schirmherrschaft zu unterstützen. Mit diesem Unternehmensengagement werden 1.000 Vereine beispielhaft unterstützt und die dahinter stehenden Menschen und ihre Arbeit sichtbar gemacht. Ich bin gespannt auf die Bewerbungen und das Voting der Internetnutzerinnen und Internetnutzer und ermuntere die Vereine in Deutschland sich zu bewerben.
Dr. Kristina Schröder

 
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Verfasst von - 20. Oktober 2011 in Aktuelles, Sonstiges

 

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Termin: Rogate-Kloster wird am 29. September ein Jahr alt.

Klaus Wowereit: Schon wichtige Zeichen gesetzt.

Zum ersten Jahrestag der Gründung übermittle ich allen Freunden und Aktiven des Ökumenischen Rogate-Klosters herzliche Grüße.

Diese junge klösterliche Gemeinschaft mag noch ein zartes Pflänzchen sein. In der kurzen Zeit ihres Bestehens hat sie jedoch schon wichtige Zeichen gesetzt. So bietet die Initiative den Menschen unterschiedlicher Konfessionen einen gemeinsamen spirituellen Ort der Ruhe und der Meditation. Gleichzeitig ermutigt sie zum Engagement für das friedliche und respektvolle Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Lebensweise in der Hauptstadt Berlin und darüber hinaus zum Einsatz für die Menschenrechte auch in anderen Regionen der Welt. Gerade in Zeiten, in denen häufig mehr das Trennende statt das Gemeinsame betont wird, ist solches Engagement besonders wertvoll.

In diesem Sinne wünsche ich dem Rogate-Kloster auch für die Zukunft alles Gute.

Klaus Wowereit
Regierender Bürgermeister von Berlin

Grußwort des Regierenden Bürgermeisters zum Jahrestag der Rogate-Klostergründung am 29. September 2011

Jürgen Werth: „Auf dass sie alle eins seien…“

Eine neue Filiale des Himmels mitten in Berlin! Herzlichen Glückwunsch! Euch! Und uns! Auch die Evangelische Allianz ist der Einheit in Christus verpflichtet. Weil Jesus dafür betet. „Auf dass sie alle eins seien …! Mehr Nähe zueinander entsteht beinahe von selbst durch mehr Nähe zu unserem gemeinsamen Herrn. Das ist wie bei konzentrischen Kreisen: Je näher wir der Mitte sind, desto näher kommen wir auch einander.

Ich wünsche Euch von Herzen immer neu Gottes guten Geist! Den Geist der aus vielen Einzelnen eine Gemeinschaft macht.

Jürgen Werth
Vorsitzender von ERF Medien
Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz

Dagmar Reim: Den Geist der Gemeinschaft und Nächstenliebe in der Stadt gesät.

Liebe Brüder des Rogate-Ordens,
liebe Mitglieder der Rogate-Gemeinschaft,
liebe Freunde und Unterstützer der Rogate-Initiative,

„wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind“, so klingen im Lied die Worte des Evangelisten Matthäus, „da bin ich mitten unter ihnen“. Seit nunmehr einem Jahr hat Berlin einen weiteren Ort des christlichen Miteinanders – das Rogate-Kloster.

Dieses Kloster ist kein „verschlossener Ort“ wie es die Wurzel des Wortes, lateinisch „claustrum“, vermuten lässt. Im Gegenteil: Mitten in der Stadt findet sich die Gemeinschaft zusammen an ganz unterschiedlichen Orten im Gebet. Katholiken und Protestanten, Fromme und Fragende, Frauen und Männer, Kirchennahe und –ferne. In der Vielfalt liegt die Kraft. Ihre Gemeinschaft ermöglicht einen Austausch, der Räume öffnet, Brücken schlägt und Widersprüche aushält.

In Radio, Fernsehen und unseren Online-Angeboten berichtet der Rundfunk Berlin-Brandenburg täglich über die Vielfalt der Metropole. Über ihren Reichtum, die Reibungen, die entstehen, die Herausforderungen, die ihr entspringen. Ausgerechnet in Berlin, einem Ort der christlichen Diaspora, leben Angehörige von über 100 Religionsgemeinschaften miteinander. Die weltoffene Stadt braucht Menschen, die integrieren und den Dialog zwischen den Religionen vorantreiben.

Im Sinne der historischen Wurzeln seines Namens hat das Kloster den Geist der Gemeinschaft und Nächstenliebe hier in der Stadt gesät. Ich wünsche Ihnen, dass die spirituellen Impulse auf fruchtbaren Boden fallen. Fahren Sie eine gute Ernte ein, in diesem Herbst und in vielen folgenden.

Dagmar Reim, Intendantin Rundfunk Berlin-Brandenburg, in einem Grußwort zum einjährigen Bestehen des Rogate-Klosters.

Die Christen der Welt sind seit Jahrhunderten und Jahrtausenden durch unterschiedliche Konfessionen und Institutionen getrennt, so daß oft nicht das Gemeinsame in der Vielfalt erkennbar ist, sondern das Trennende im Vordergrund steht.

Um so mehr freut es mich als Christ und Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, daß es seit dem Jahr 2010 eine neue Initiative gibt, die Unterschiedlichkeit zusammenzuführen und ein christliches Zeichen der Gemeinsamkeit in die Stadt und Welt zu senden: Das Ökumenische Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin.

Das Rogate-Kloster soll ein Ort der Hoffnung sein, in dem ohne Trennung gebetet und heilige Eucharistie gefeiert werden kann. Dabei sollen die bestehenden Kirchenordnungen geachtet und die Taizé-Abendmahls-Praxis als Lösung angestrebt werden, die die Eucharistie getrennt vorsieht.

Auch wenn jetzt die katholische und evangelische Konfession im Vordergrund stehen, hoffe ich, daß dies auch auf die anderen christlichen Kirchen ausstrahlt, die in den vergangenen Jahren in der Stadt und im Bezirk Platz gefunden haben durch Menschen, die aus allen Regionen der Welt zugewandert sind und hier ihre Heimat gefunden haben.

Ich wünsche dem Rogate-Kloster und der unterstützenden Initiative viel Erfolg und stetes Wachstum. Ich erhoffe mir nicht nur einen neuen geistlich-spirituellen Ort der Ökumene, sondern auch ein gemeinsames diakonisches Wirken für die Stadt.

Ihr Dr. Christian Hanke
Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte

Das Grußwort des Bezirksbürgermeisters finden Sie hier.

Bertold Höcker: „Die liturgische Bewegung findet hier einen verlässlichen Raum.“

„Seit rund drei Jahren sammelt die Rogate-Initiative Menschen zu ökumenischen Gottesdiensten, die über die Bezirksgrenzen hinaus Bekanntheit und Zuspruch finden. Die „Berliner Politikerkanzel“ und die vielen Andachten zu Liedern aus dem reichen Schatz der christlichen Dichtung sind dafür Beispiele. Rogate lädt zum Beten ein und erinnert daran, dass Glaube von Gott geschenkt und geleitet wird.Die aus der Initiative hervorgegangene Gründung des Ökumenischen Rogate-Klosters St. Michaelis am Michaelistag 2010 ist eine Chance und schon jetzt ein Gewinn für die Berliner Kirche. Rogate hat sich für das Kloster viel vorgenommen: Ein offener Ort des Gottesdienstes und der täglichen Anbetung, ein Ort des Glaubens und des Lebens in verbindlicher Gemeinschaft, eine Stätte der altkirchlichen und monastischen Tradition, der Mission und der Offenheit für die Fragen nach Gott und seiner Gegenwart. Im Mittelpunkt der Gemeinschaft steht die Feier der evangelischen Messe in katholischer und apostolischer Tradition. Die liturgische Bewegung findet hier einen verlässlichen Raum zur Entfaltung ihrer Spiritualität und Gottesdienstkultur.

Rogate ist eine eigenständige Initiative von Christen und Kirchenfernen. Ihr Selbstverständnis, Teil der evangelischen Kirche zu sein und innerhalb, mit ihr und für sie zu arbeiten, unterstütze ich. Das Kloster und sein Konvent sind uns im Kirchenkreis Stadtmitte sehr willkommen. Wir hoffen, dass mit Hilfe einer Kirchengemeinde eine Ansiedelung hier gelingen kann. Ich werde das Anliegen des Rogate-Klosters mit Gebet und Engagement unterstützen.“

Dr. Bertold Höcker ist Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Berlin-Mitte. Aus dem Grußwort für das Rogate-Kloster.

Sigmund Ehrmann: Einsatz für eine tolerantere Kirche.

Seit bald einem Jahr bereichert das Rogate-Kloster Sankt Michael die ökumenische Landschaft Berlins. Damals wurde es gegründet von Menschen unterschiedlicher Bekenntnisse und mit unterschiedlicher Nähe zum Glauben. Sie wollten nicht das Trennende in den Vordergrund stellen, sondern das, was sie verbindet: den Wunsch, Gemeinschaft und Nächstenliebe zu leben und so zu einer menschenfreundlicheren Gesellschaft beizutragen.

Sie sind mit dem Ziel angetreten, sich gemeinsam für ihren Kiez und die Menschen in Berlin zu engagieren, z.B. indem sie soziale Maßnahmen und Bildungsprojekte initiieren. Die Vielfalt ihrer Konfessionen und persönlichen Hintergründe nehmen sie als Reichtum wahr. Ein Grundpfeiler ihrer Gemeinschaft ist deshalb die Toleranz – ein Wert, für den sie sich auch öffentlich einsetzen.

Auf den ersten Blick scheint es ungewöhnlich, in der heutigen Zeit in einer Stadt wie Berlin ein Kloster zu gründen. Doch gerade in einer schnelllebigen Metropole gibt ein Ort verbindlicher Gemeinschaft wichtige Impulse. Aus den gemeinsamen Gebeten und Andachten schöpft die Gemeinschaft Kraft und kann dadurch auch Anregungen an die Berliner Gemeinden geben.

Viele gute Ideen und Vorsätze standen am Anfang des Rogate-Klosters Sankt Michael. Im vergangenen Jahr wurden schon viele davon umgesetzt. Gegen Hunger und Armut organisiert die Gemeinschaft z.B. in Zusammenarbeit mit der Zwölf-Apostel-Gemeinde eine Suppenküche für Menschen mit geringem Einkommen. Die Feier einer Vesper anlässlich der Eröffnung des lesbisch-schwulen Stadtfestes – trotz der massiven Anfeindungen aus einigen evangelikalen Lagern – zeigt, dass die Rogate-Gemeinschaft es mit dem Einsatz für eine tolerantere Gesellschaft und auch eine tolerantere Kirche ernst meint.

Nach diesem erfolgreichen Jahr hat das Rogate-Kloster sich für die Zukunft einiges vorgenommen. Die Gemeinschaft will ein eigenes Gebäude mit Gottesdienst- und Wohnmöglichkeiten anschaffen. Ein geeignetes Objekt und die finanziellen Mittel müssen gefunden werden. Auch die Zusammenarbeit mit der EKBO und dem Erzbistum Berlin soll enger werden. Für die kommenden Projekte wünsche ich der Rogate-Gemeinschaft viel Erfolg, Durchhaltevermögen und Begeisterung und hoffe, dass es ihr weiterhin gelingt, Brücken zu bauen – zwischen den Konfessionen und vor allem zwischen den Menschen.

Siegmund Ehrmann, MdB, Beauftragter für Kirchen und Religionsgemeinschaften der SPD-Bundestagsfraktion, in einen Grußwort zum einjährigen Bestehen des Rogate-Klosters St. Michael zu Berlin.

Christoph Meyer: Konsequenz beim Thema Vielfalt und Toleranz und gelebte Exegese.

Liebe Brüder des Rogate-Ordens,
liebe Mitglieder der Rogate-Gemeinschaft,
liebe Freunde und Unterstützer der Rogate-Initiative!

Am 29. September 2010 hat Berlin durch Ihre gemeinschaftliche Initiative eine geistliche und soziale Bereicherung erfahren, auf die Sie als Gründer und Träger und wir Berliner insgesamt stolz sein können!
Lassen Sie mich Ihnen offen gestehen, was in mir an vorderster Stelle eine tiefe Sympathie für Ihre Gemeinschaft erweckt: Es ist Ihre Konsequenz beim Thema Vielfalt und Toleranz und Ihre gelebte Exegese dessen, was für Martin Luther die einzige Quelle des Glaubens war, die heilige Schrift („sola scriptura“).
Denn das zentrale Motiv dieser Schrift, der zentrale Wert des Christentums zieht sich als roter Faden und Rückgrat durch das neue Testament. Das neue Testament identifiziert ihn als die Lösung schlechthin für die Probleme des einzelnen wie auch der Gemeinschaft, als die perfekte Antwort auf die Unbilden und bisweilen die schmerzliche Absurdität des Lebens, als die einzige Rettung. Er ist die Quelle von Freude, sozialer Heimat, von Identifikation, Identität und von Verantwortung für sich und den Nächsten. Dieser zentrale christliche Wert ist: Liebe.

Nun habe ich es schon früher nie verstanden, wie manche – auch kirchliche Institutionen – die gelebte Liebe zwischen zwei Menschen einteilen konnten in eine „gute“ Form, diejenige zwischen Mann und Frau und eine „schlechte“ Form, diejenige zwischen zwei Menschen gleichen Geschlechts. Ich hörte dann bisweilen staunend, dass in der Liebe zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Partnern ein erotisch motiviertes Begehren (Cupiditas) überwiege, während zwischen Mann und Frau eine platonisch-hochachtende Nächstenliebe (Caritas) angenommen wurde. Was diese Anteile mit dem Geschlecht der Liebenden zu tun haben, verstand ich damals wie heute nicht.

Die gelebte Liebe zweier Menschen bedeutet vor allem die gegenseitige Übernahme von Verantwortung füreinander. Darin liegt für mich als Liberaler ihr unschätzbarer Wert. Die Entscheidung, die Initiative des Einzelnen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, ist die existentielle Basis einer jeden Gemeinschaft. Sie ist immer gut und völlig unabhängig von Geschlecht, äußeren Faktoren oder körperlichen Merkmalen der Beteiligten.
Sie machen als christliche Gemeinschaft keinen Unterschied zwischen „guter“ und „schlechter“ Liebe. Diese Akzeptanz der Vielfalt und die Achtung der Liebe in ihren Formen leben Sie und fördern Sie. Damit sind Sie eine Bereicherung unserer Stadt, von deren Sorte wir weiß Gott mehr gebrauchen können und dafür danke ich Ihnen!

Ich wünsche Ihnen in diesem Sinne ein frohes Jubiläum, stetiges Wachstum und die Kraft, in einem geduldigen Dialog untereinander, mit Bürgern, Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften, mit Politik und Gesellschaft die Freiheit der Gedanken, die Freiheit der Gefühle und dort, wo es Not tut, auch das Freiwerden zum Lieben weiterhin zu fördern!

Christoph Meyer
FDP-Fraktionsvorsitzender im
Abgeordnetenhaus von Berlin

Klaus Lederer: Berlin ist die Stadt der Widersprüche.

„Wir verstehen die Vielfalt unserer Gaben und Talente als Gewinn“, ist genauso Teil Ihres Selbstverständnisses wie der Wunsch, sich nicht gegenüber anderen abzugrenzen und im Glauben zu wachsen. Berlin ist die Stadt der Vielfalt – der Vielfalt der Herkunft, der religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen, der sexuellen Orientierungen. Berlin ist die Stadt der Widersprüche und die Stadt, die fähig ist, mit diesen Widersprüchen nicht nur zu leben, sondern sie – bei allen Problemen, die wir haben – produktiv zu wenden. Ich wünsche Ihnen, dass sie als ökumenisches Kloster diese Vielfalt annehmen können und ein lebendiger Teil unseres vielfältigen Berlins werden.

Grußwort von Dr. Klaus Lederer, MdA, Landesvorsitzender DIE LINKE. Berlin zum 1. Jahrestag der Gründung des Ökumenischen Rogate-Klosters St. Michael zu Berlin.

Hans-Jörg Voigt: „Klösterliches Leben in ökumenischer Verbundenheit in Berlin zu beginnen, das ist eine gute Nachricht.“

„Über Ihre Nachricht habe ich mich sehr gefreut. Klösterliches Leben in ökumenischer Verbundenheit in Berlin zu beginnen, das ist eine gute Nachricht. Gern werde ich Ihre Bemühungen weiter mit Interesse und vor allem in meinem Gebet begleiten. Seien Sie der Güte Gottes befohlen!“

Bischof Hans-Jörg Voigt, Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK)

Aus dem Grußwort zur Gründung des Ökumenischen Rogate-Klosters St. Michael zu Berlin.

Ein Grußwort aus Taizé:

„Wir Brüder freuen uns aber nicht nur auf das Jahresende, sondern ganz besonders auf die Vorbereitung des Treffens. Dabei hoffen wir die Kirche in Berlin in ihrer großen Vielfalt näher kennenzulernen, auch das das neu beginnende monastische Leben. Es ist sicher wichtig, dass das Rogate-Kloster sich nicht auf Taizé beruft, sondern einen eigenen Weg findet. Sicher treffen wir uns auch während der Vorbereitungszeit im Herbst.
Zum bevorstehenden Pfingstfest schicke ich Ihnen dieses Gebet von frère Roger:

Jesus, unser Friede, was du auf der Erde für die Deinen warst, bist du durch den Heiligen Geist ebenso für uns heute. In deinem Evangelium versicherst du uns: Ich werde euch niemals allein lassen, ich werde euch den Heiligen Geist senden, er wird Stärkung und Trost sein, er wird immer bei euch bleiben.

Herzliche Grüße!

frère Georg“

Aus dem Grußwort aus Taizé.

Franz Maria Schwarz: „Ein Hoffnungszeichen, dass Gott am Werke ist.“

„Zu der Generation gehöre ich, die im Kindergarten noch gesungen hat: „Berlin wird wieder aufgebaut und alle sind dabei.“ In aller Bescheidenheit bin ich im Herzen bis heute dabei auch geistliche Aufbauarbeit mit zugestalten. Schon der aufrechte Wille und das Vorhaben „klösterliches Leben in ökumenischer Verbundenheit in Berlin“  zu beginnen, ist ein Hoffnungszeichen, dass Gott am Werke ist. Die „ Geburtswehen“ solch einen Schritt zu wagen, haben wir miterleben und begleiten dürfen.

Wir wünschen nicht als Besserwisser, sondern als Brüder des Konventes von Sankt Wigberti in Werningshausen/Thüringen Euch/Ihnen den Geist der Besonnenheit und der Freude, der Seelenstärke und die Kraft christlicher Versöhnung, die Geduld des Bauern bis zur Einbringung der Ernte und natürlich die Weitsicht auf  den kommenden Herrn. Lasst es uns wagen, „so lange Tag ist“ zum Segen und Heil aller, die wir auf der Suche sind. „Er wird´s wohl machen!“

In Christus verbunden und geeint Euer P. Franz Maria

Grußwort von Pater Franz Maria Schwarz OSW, Apostolischer Vorsteher des ökumenischen Benediktinerklosters St. Wigbert in Werningshausen.

Klaus Schlapps: „Orte in denen ohne Trennung gebetet und Eucharistie gefeiert werden kann.“

„Die Welt braucht geistige Zentren die die Liebe eines barmherzigen Gottes in die Welt hinaus und in die Herzen hineintragen. Orte in denen ohne Trennung gebetet und Eucharistie gefeiert werden kann. Orte in den man im Schweigen auf den Atem Gottes hören kann. Diese Orte brauchen wir. Deswegen beten wir und unterstützen wir diese Initiative von ganzem Herzen.“

Abt Klaus Schlapps OPR, Abtei St. Severin

Grußwort vom 29.9.2010 zur Gründung der Initiative für das Ökumenische Rogate-Kloster St. Michael zu Berlin

Volker Beck: Nächstenliebe und Respekt gelten für alle Menschen.

„Mit einander reden und lachen, freundlich und offen.“ – so will das Rogate-Kloster sich präsentieren. Das miteinander Reden praktiziert Ihr, indem ihr Euch den ökumenischen Auftrag gebt, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen unterschiedlicher christlicher Konfession gemeinsam beten und leben können. Offenheit beweist Ihr, indem Ihr Themen angeht, die nicht immer auf der Tagesordnung der großen Konfessionen stehen. Mit der Vesper zur Eröffnung des schwulesbischen Stadtfestes macht ihr deutlich: Nächstenliebe und Respekt gelten für alle Menschen. Das Ziel, die christlichen Kirchen zu einem Ort für alle — auch für Schwule und Lesben – zu machen, teile ich. Zu Eurem Mut und Euerm Engagement gratuliere ich und wünsche Euch viel Erfolg!

Volker Beck

Erster Parlamentarischer Geschäftsführer
Menschenrechtspolitischer Sprecher
der Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen

Monika Thamm: Helfend und aufbauend eingreifen.

Sehr geehrter Ehrwürdiger Bruder Franziskus,

ich begrüße es sehr, dass sich eine christliche Gemeinschaft im Schöneberger Norden sozial engagiert. Dieser Bezirksteil leidet unter etlichen sozialen Problemen: Straßenprostitution, hoher Anteil von Hartz-IV-Familien, Kinderarmut, Probleme im Zusammenhang mit hohem Emigrantenanteil in der Bevölkerung usw.

Daraus erwachsen Spannungen zwischen den Menschen. Einhergehend mit den Problemen ist aber auch ein Verlust der Werteorientierung  zu verzeichnen: Ob es sich nun um die sog. bürgerlichen Tugenden handelt oder schlicht um die gegenseitige Achtung von Mensch zu Mensch dreht – Armut, sozialer Abstieg, schlechte Zukunftsaussichten verbinden sich oft mit dem Verlust von Selbstwertgefühl und das wiederum ist oft die Wurzel von mangelnder Verankerung in unserer Gesellschaft und fehlendem Verantwortungsgefühl für sich selbst und/oder Andere.

Eine Einrichtung wie die Ihre kann hier helfend und aufbauend eingreifen – sei es durch menschliche Nähe, praktische soziale Hilfe und Unterstützung.

Ihre Arbeit verdient Respekt und Anerkennung durch Politik und Gesellschaft.

Monika Thamm, Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, in einem Grußwort zum einjährigen Bestehen des Rogate-Klosters am 29. September und zum zweijährigen Gründungstag der Rogate-Initiative e.V. am 9. September.

Thomas Birk: Aktivitäten folgen christlichen Ansatz.

Liebe Gemeinschaft des Rogate-Klosters, lieber Frater Franziskus,

zum doppelten Jubiläum meine herzlichsten Glückwünsche! Es tut gut zu wissen, dass es Christen gibt, die sich ausdrücklich gegen Homophobie engagieren und für die Akzeptanz sexueller Vielfalt werben – und das im Zeichen der Ökumene.

Eure vielfältigen Aktivitäten gegen soziale Kälte und Intoleranz folgen einem wahrhaft christlichen Ansatz! Leider haben wir noch einen weiten Weg vor uns, bis die Erkenntnis, dass gleichgeschlechtliche Liebe Respekt und Anerkennung verdient, auch von katholischen Würdenträgern geteilt wird. Als Atheist aus kirchlichem Elternhaus freut es mich, wenn christlicher Glaube einmal so anders gelebt wird. Ihr seid damit eine Bereicherung für Berlin, für den Schöneberger Norden aber auch für die queere Community.

Ich wünsche dem Rogate-Kloster ein langes Leben, bald ein schönes Zuhause und viel Erfolg beim Wirken nach innen und außen!

Thomas Birk, Mitglied des Abgeordnetenhauses, Bündnis 90/Die Grünen zum 1. Jahrestag der Gründung des Ökumenischen Rogate-Klosters St. Michael zu Berlin.

Schwusos Berlin: Rogate ist ein wichtiger Bündnispartner in dieser Stadt.

„An dieser Stelle möchten wir allen Mitgliedern und Aktiven der Rogate-Initiative für ihr Engagement danken und zum ersten Jahrestag von Herzen alles Liebe und Gute und für die Zukunft viel Kraft und Ausdauer wünschen.

Wir möchten Euch ermutigen, weiterhin für Eure Arbeit zu kämpfen. Denn Toleranz, Respekt und Anerkennung von Vielfalt sind Werte, auf die es ankommt und für die es sich weiter zu kämpfen lohnt.

Wir freuen uns weiter auf die bereits mehrfach erprobte gute Zusammenarbeit mit Frater Franziskus und dem Kloster-Konvent. Rogate ist ein wichtiger Bündnispartner in dieser Stadt, um eine Welt in Vielfalt und mit der Akzeptanz gleichgeschlechtlich Lebensformen zu erreichen.“

André Rostalski
Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Schwusos in der Berliner SPD,
Pascal Kaun, Stellvertretender Landesvorsitzender.

 
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Verfasst von - 23. September 2011 in Aktuelles, Sonstiges

 

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Aktuell: Pfarrer i.R. Gerhard Fischer zum Rogate-Ehrenmitglied ernannt.

Die Mitgliederversammlung der Ökumenischen Rogate-Initiative hat in einem einstimmigen Beschluss Gerhard Fischer zum Ehrenmitglied ernannt. Der evangelische Pfarrer i.R. und Michaelsbruder nahm die Ehrung bereits an. Er ist nach Pater Klaus Mertes SJ das zweite Ehrenmitglied des 2009 gegründeten Vereins, der seine Heimat in der Schöneberger Zwölf-Apostel-Kirche hat.

Wortlaut des Beschlusses: „Wir möchten Pfarrer i.R. Gerhard Fischer durch eine Ehrenmitgliedschaft in der Ökumenischen Rogate-Initiative ehren. Insbesondere soll durch diese Auszeichnung sein Einsatz für die Kirche in unserer Stadt, sein herausragendes Engagement in der ökumenischen Verständigung und sein unverzagtes Eintreten für die Tradition und den Reichtum der Gottesdienstformen gewürdigt werden.

Wir wissen in ihm einen fundierten Kenner der Liturgie, ihrer praktischen Anwendung, einen Impulsgeber in der Entfaltung eines lebendigen und hoffnungsfrohen Glaubens und einen Freund unseres Rogate-Engagements.

Seine Solidarität mit der Gruppe „Homosexuelle und Kirche“ (HuK) bei der Verortung ihres jährlichen Gottesdienstes zum Christopher-Street-Day in Schöneberg vor Jahrzehnten war praktischer Einsatz gegen Homophobie in der Kirche und Ausdruck seiner Frömmigkeit, die nicht ausgrenzt, sondern das Verbindende sucht.

Wir freuen uns über seine Anregungen, seinen unermüdlichen Einsatz, seine Rückmeldungen bei der Gestaltung unserer Gottesdienste und danken ihm für seine freundliche und konstruktive Begleitung der Rogate-Arbeit.“

Hinweis: Die HuK feiert seit Jahrzehnten zum Berliner CSD einen Gottesdienst in der Paul-Gerhardt-Kirche in Schöneberg. Im Beschluss zur Ehrenmitgliedschaft wird dieser erwähnt. Näheres dazu hier. Zudem veranstaltet der Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte ebenfalls einen CSD-Gottesdienst am Vorabend der Parade. Mehr dazu hier.

 
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Verfasst von - 8. Juni 2011 in Aktuelles, Sonstiges

 

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Blick über den Tellerrand: Die Mittwochs-Initiative in der Zwölf-Apostel-Gemeinde

von Regine Wosnitza (veröffentlicht im September 2009)

An Prostitution und Drogen dachte 1874 niemand, als die Zwölf-Apostel-Kirche nach Plänen des Schinkel-Schüler Friedrich August Stüler zwischen Mühlen in der Kurfürstenstraße ihrer Bestimmung übergeben wurde. Doch Industrialisierung, Mietkasernenbau und Bevölkerungswachstum sollten die örtliche Idylle bald beenden.

125 Jahre später – genauer 1991 – schuf die Gemeinde ein zu der Zeit für kirchliche Sozialarbeit einzigartiges Projekt. Seit den 1960er Jahren hatte sich die Kurfürstenstraße in Schöneberg in einen bekannten Straßenstrich verwandelt. Ein „Runder Tisch“ aus Vertretern von Stadtteilvereinen, Bezirksämtern, Polizei und Drogenhilfeprojekten suchte nach Möglichkeiten, die Lebenssituation von AnwohnerInnen zu verbessern und die Not von DrogenkonsumentInnen zu lindern.

Aus dieser Kooperation entstand die Mittwochs-Initiative e.V., die mit Fix-Punkt e.V. kooperiert. Das Projekt ist ein niedrig schwelliges Kontaktangebot für die Drogenszene in der Kurfürstenstraße.

Ende August 2009 besuchte Bischof Dr. Wolfgang Huber auf Einladung von Frater Franziskus die Mittwochs-Initiative e.V.. Danach gab es eine Andacht in der Gemeindekirche für die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Initiative, die Gemeinde, Betroffene, AnwohnerInnen und andere Interessierte.

Bischof Huber stellte seine Ansprache unter das Motto: Jakobus 2,8 “Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt nach der Schrift (3. Mose 19,18): »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst«, so tut ihr recht.”

Teil 1 der Ansprache von Bischof Wolfgang Guber in Zwölf-Apostel:

Teil 2 der Ansprache von Bischof Wolfgang Guber in Zwölf-Apostel:

Dieses Motto ist bei der ehrenamtlichen Arbeit jeden Mittwoch zu spüren. Gemeindepfarrer Andreas Fuhr beschreibt es so: Mittags bringt die Berliner Tafel Essen, das zumeist Märkte und Geschäfte sozialen Einrichtungen überlassen. Daraus wird für die Drogenkonsumenten ein Essen frisch zubereitet. In der Küche haben in den letzten zwei Jahren vor allem drei langjährige Mitarbeiterinnen – Ariane Schütz, Gundula Conseur und Berndt Weiß – viel Zeit und Arbeit investiert.

Ab 19 Uhr arbeiten dann noch weitere ehrenamtlichen Helfer mit beim Spritzentausch, weiterer Gesundheitsvorsorge und der Essensausteilung für die Drogenkonsumenten. Momentan stellen Medizinstudentinnen und -studenten der Humboldt-Universität den Großteil derer, die mittwochs hier tätig sind, unterstützt werden sie von einigen erfahrenen Mitarbeitern. Prof. Dr. Persson, der in der Charité lehrt und in unserem Gemeindegebiet wohnt, stellt das Projekt seinen Studentinnen und Studenten vor und einige sind nun schon über zwei Jahre dabei. Das Essen ist nicht nur ein wichtiger Gesundheitsfaktor, sondern auch ein Zeichen von Nähe, ausgedrückt in der sorgfältigen Vorbereitung von Raum und Essen. Gespräche sind erwünscht, müssen aber nicht sein. Es sind dankbare Gäste. Alles wenig spektakulär, aber wie sinnvoll dieser Einsatz ist, kann spätestens erfahren, wer die Arbeit einmal gemacht hat.

Doch die Initiative möchte auch die Situation für die AnwohnerInnen verbessern. Für viele ist das Leben mit dem Straßenstrich angespannt. Drogenabhängige kommen hierher um auf dem Straßenstrich anzuschaffen. Es gibt „öffentliche Druckräume”, wie Hausflure, Spielplätze und U-Bahnhöfe, in denen sich Drogenabhängige unter unmenschlichen Bedingungen ihre Spritze setzen. Herumliegende benutzte Spritzbestecke sind eine Dauergefährdung für die AnwohnerInnen, insbesondere für Kinder.

So waren die Fürbitten von Frater Franziskus in der Andacht auch für die Menschen, die alltäglich mit dieser Situation konfrontiert sind: Barmherziger Gott, wir danken dir, dass du uns beistehst, wenn wir Kraft brauchen oder uns die Worte fehlen. Wir sehen hier täglich die Not der Menschen, die Frauen, die anschaffen gehen, die sich anbieten, Menschen, die auf der Suche nach Geld für Drogen sind, Menschen, die hungern und die Mülltonnen nach Essbarem durchsuchen. Lass uns nicht bitter werden, sondern nach Wegen suchen, dass alle satt werden und ihre Würde nicht beschädigt wird. Hilf uns aus dem Trübsinn, dass wir helfen, wo die Sucht und die Not besiegt werden muss. Hilf uns, wo wir hilflos sind.

Denn Hilflosigkeit macht sich oft breit unter den AnwohnerInnen. Obwohl inzwischen zahlreiche soziale Dienste, die Quartiersmanagements in Tiergarten-Süd und Schöneberg-Nord, die Bezirksämter und auch der Senat nach Vereinbarkeit zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen suchen, scheint sich die Situation nicht zu verbessern. Was hier im einzelnen geschieht, wird demnächst in einem weiteren Artikel auf potseblog berichtet.

Zunächst zurück zur Mittwochsinitiative. Als sie 1991 gegründet wurde hatten sich gerade die politischen Rahmenbedingungen durch eine neue Regierung in Bonn verändert. Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung war nicht mehr dem Innenministerium, sondern dem Gesundheitsministerium zugeordnet. Im Rückblick schrieb Pfarrer Heinz-Hermann Wittrowsky 1999 in der Kiezzeitung des Quartiersmanagement, dem Schöneberger Morgen: Deutlicher kann man nicht zeigen, dass die neue Bundesregierung im Umgang mit Drogenabhängigen weg von der Repression und hin zur Gesundheitspolitik will. Also „Hilfe statt Repression“ und die Erkenntnis, dass Sucht eine Krankheit ist.

Im selben Artikel macht der Pfarrer die deutliche Aussage, dass krimineller Drogenhandel verfolgt und bestraft werden muss. Doch er kommentierte auch die gesellschaftliche Verantwortung. Die normalen Bürgerinnen und Bürger, die die illegalen Drogen dämonisieren, projizieren ihre legalen Süchte wie Nikotin- und Alkoholsucht auf eine kleine Gruppe. Das ist ein typischer Sündenbockmechanismus. Damit betreibt man einen kollektiven Exorzismus und glaubt, man sei das Problem los. Pfarrer Wittrowsky forderte die verantwortlichen PolitikerInnen auf, sich vor Ort ein Bild von den Verhältnissen zu machen.

Die angesprochenen Verhältnisse verdeutlichte die Mittwochs-Initiative 2005 in einer Statistik: Während 2001 durchschnittlich nur knapp 25 Leute jeden Mittwoch zum Spritzentausch kamen, waren es 2002 schon im Schnitt über 29 und 2003 nahezu 42. Im letzten Jahr (2004) waren es nur gut 39 Besucher, bis September diesen Jahres knapp 39. Der Rücklauf gebrauchter Spritzen in die Gefahrengutbehälter der Mittwochs-Initiative lag im letzten Jahr bei knapp 97,6 Prozent, in diesem Jahr bis September sogar bei knapp 98,2 Prozent. Wo heute noch eine Spritze in einem Hauseingang liegt, lagen früher einmal fünfzig!

Den Zahlen folgt ein Bild: Alle die seit März 2001 abgegebenen und fast vollständig wieder bekommenen knapp 45.000 Spritzen ergeben aneinandergereiht eine Strecke von mehr als 4,8 Kilometern. Aufeinander gestellt wäre dieser Spritzenturm sogar etwas höher als der Mont Blanc, der höchste Berg der Alpen und zweit höchste Berg Europas. Seit dem Beginn unserer Spritzentausch-Arbeit im Winter 1991/1992 dürften da vielleicht schon zwei Mont Everests zusammengekommen sein.

Dies zeigt, wie dankbar alle Betroffenen sein können, dass sich die Zwölf-Apostel-Gemeinde kontinuierlich und in Kooperation mit anderen Initiativen in der Drogenprophylaxe und Drogenarbeit engagiert.

Und da die Drogenproblematik eng mit der Prostitution hier an der Kurfürstenstraße verknüpft ist, findet man auch zu diesem Thema bei der Gemeinde immer offene Türen. Im Frühjahr 2008 konnte eine Informationsveranstaltung des Quartiersrates Magdeburger Platz zum Thema Prostitution im Gemeindehaus stattfinden. Damals kochten die Gemüter hoch, als ein Laufhaus an der Potsdamer Straße eröffnet werden sollte. Bei der Veranstaltung wurde der große Unmut deutlich, der in der Bevölkerung herrscht.

Im Juni 2009 wiederum konnte anlässlich des Internationalen Hurentages die szenische Lesung „Sexarbeit – eine Welt für sich“ in der Kirche selbst stattfinden. Deutschlands älteste autonome Beratungsstelle für Prostituierte, HYDRA e.V., bot in Kooperation mit dem Museum der Arbeit in Hamburg Einsicht in die soziale Realität von Freiern, Prostituierten und BordellbetreiberInnen. Die Schauspieler Ulrike Johannson und Thor W. Müller trugen zehn Milieugeschichten vor, begleitet von einer Toncollage. Die Lesung will Augenöffner sein für das vielschichtige Phänomen Prostitution zwischen stark nachgefragter, dennoch verdrängter Schatten-Arbeit sowie krimineller Ausbeutung. Zwar ist Sexarbeit keine Dienstleistung wie jede andere, aber sie ist eine legale Tätigkeit hierzulande, nicht mehr sittenwidrig nach dem Gesetz, ein einträglicher Wirtschaftsfaktor, trotzdem nahezu ein Tabuthema, sagten die VeranstalterInnen.

Gespräche und Dialoge über das Thema Drogen und Prostitution sind selten einfach. Auch hier im Gebiet gibt es viele scheinbar unversöhnliche Positionen dazu. Die Zwölf-Apostel-Gemeinde und die MittwochsInitiative sind Partner, die den Dialog immer wieder suchen. Dazu sagte Bischof Huber Ende August 2009 in der Andacht: „Wir sehen die Welt im Spiegel eines jeden Antlitzes, mit Abgründen und Hoffnung, Aufbrüche und Verzagtheit. Die Kultur des Helfens, wie sie sich hier in einer einzelnen Gemeinde und in unserer Diakonie darstellt, ist ein Garant dafür, dass Menschen nicht allein gelassen werden.“

 

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