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Blick über den Tellerrand: Lachen statt Kirchenglocken.

18 Apr

Kreuzberger Emmaus-Gemeinde knüpft an Tradition des Osterlachens an und startet ungewöhnliche Kunstaktion

Gelächter statt Kirchenglocken in der Emmaus-Kirche am Lausitzer Platz in Berlin-Kreuzberg: Ab Karsamstag, 23. April (18 Uhr) bis 7. Mai erklingt im Viertelstundenabstand ein herzhaftes Lachen vom Kirchturm. Je näher man der vollen Stunde kommt, desto anhaltender tönt das Gelächter. Gelacht wird täglich zwischen 10 und 18 Uhr, die Kirchturmglocken schweigen in dieser Zeit. Die Klanginstallation „Lachen erlaubt“ ist eine Kunstaktion der in Frankfurt am Main lebenden Künstlerinnen CaBri, Carolyn Krüger und Brigitte Kottwitz.

Zur Vernissage am Karsamstag, 23. April um 18 Uhr, eröffnet Pfarrer Jörg Machel die Kunstaktion. Im Anschluss hält der Berliner Religionswissenschaftler, Physiker, Philosoph und Lachtrainer Harald-Alexander Korp einen Vortrag. Das Thema: „Lacht Gott? Witz und Humor in den Religionen.“ Dabei wird es um Fragen gehen wie:  Worüber lachen Gläubige heute? Wo bleibt das befreiende Lachen im Christentum? Ist den Religionen das Lachen etwa vergangen?

Am Ostersonntag, den 24. April um 11 Uhr wird Pfarrer Machel in der Predigt auf die Kunstaktion eingehen. Den Brauch des Osterlachens, auf lateinisch risus paschalis, gibt es schon seit dem Mittelalter. Damals war es üblich, die Gottesdienstgemeinde durch eine besonders amüsante Predigt zum Lachen zu bringen – ein Ausdruck der Osterfreude. Das Osterlachen ist ein Zeichen dafür, dass der Tod besiegt ist. Auch diente es dazu, auf charmante Art und Weise Kritik an den Oberen zu üben.

Die Gemeinde Emmaus-Ölberg will den Osterlachbrauch im Gottesdienst mit  Hilfe von CaBri, H.-A. Korp und Mitgliedern der Lachbewegung Berlin erlebbar machen. Musikalisch unterstützen der Posaunenchor und die Orgel mit Ingo Schulz diesen besonderen Gottesdienst.

Am Weltlachtag-Sonntag, 1. Mai, wird im Tempelhofer Park weitergelacht. Der lachende Kirchturm ist mit den Lach-Aktivisten verbunden. Der Familiengottesdienst um 11 Uhr in der Emmaus-Kirche bleibt beim Thema und hat den Titel: „Mitgelacht statt ausgelacht“.

Carolyn Krüger und Brigitte Kottwitz arbeiten seit Jahren als Künstlerinnenpaar mit dem Namen CaBri zusammen. Die Installation „Lachen erlaubt“ haben sie bereits erfolgreich in Frankfurt am Main und in einer Dorfkirche im Odenwald inszeniert. Ihre künstlerischen Arbeiten umfassen Filme, Videos, Keramik und Installationen. Beide sind in der globalen Lachbewegung aktiv. Kottwitz gründete und leitet seit zwölf Jahren den Lachclub in Frankfurt, Krüger betreibt das deutsche Lachyogaforum Lachclub.info. Die Künstlerinnen sind an den Ostertagen anwesend.

Quelle: Presseinformation der Emmaus-Kirchengemeinde.

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2 Antworten zu “Blick über den Tellerrand: Lachen statt Kirchenglocken.

  1. Thomas Szymczak

    18. April 2011 at 12:49

    So weit ist es schon gekommen mit der Kunst. Keiner hört mehr hin, guckt richtig hin, aber ein Event, ein „positives“ Event ist immer drin. Man muss ja bei allem Leid positiv sein.

    Ganz ernsthaft. Wenn ich in einer Stadt wäre, in der von allen Kirchen das Lachen tönt, käme ich mir verarscht vor, wie alle ernsthaften Menschen, die es in der Welt gibt. Ich sage nicht, dass Humor und auch Wahnsinniges in die Welt soll und auch jede Art von Kunst ohne Tabu realisiert werden soll, aber die Wirkung, das Lachen von den Kirchen, käme der Aufhebung derer gleich.
    In der Welt wird genug gelacht, und zwar auf Kosten der Leute, die sich nicht wehren können. Das Fernsehen, die Politik, vor allem die Kirche hat genug Komiker.
    Ich wünschte mir die diese Aktion im Bundestag, Lachen der Besucher, wenn sie den Saal betreten und den Möchtegerngestaltern die unsere Zukunft unachtsam verzocken um Ihres eigenen Karriere wegen ein lachendes Gesicht zu zeigen. Das wäre Hohn, an dem unsere Volksvertreter zu knausen hätten.

    Kunst darf nicht zum Event verkommen, sollte den Boden zur Ernsthaftigkeit nicht verlieren, wenn sie denn ernst genommen werden will.

     

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