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Blick über den Tellerrand: Kirche will schiefen Turm in Thüringen verschenken.

29 Mrz

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) begrüßt die vielfältigen Aktionen des Bürgermeisters von Bad Frankenhausen zur Rettung des schiefen Turmes der Oberkirche in seiner Stadt. Um das Vorhaben zu unterstützen, wiederholt die Kirchengemeinde Bad Frankenhausen als Eigentümerin ihr Angebot, die Kirche an die Stadt zu schenken.

Die Kirchengemeinde selbst sieht sich weiterhin nicht in der Lage, den Kirchturm zu sanieren und zukünftig zu erhalten. Kommt es nicht zum Eigentumswechsel, so ist der Abriss aus kirchlicher Sicht die einzig verbleibende Alternative. Dazu Kirchenoberbaurat Bernd Rüttinger: „Der Turm hat sich in den letzten zwei Jahren weiter um jeweils sechs Zentimeter geneigt. Die Neigung nimmt stetig zu und damit auch das Risiko des unkontrollierten Einsturzes. Die Kirche darf die Augen davor nicht verschließen, dass bei einem Einsturz Menschen zu Schaden kommen können. Sie trägt letztendlich die Verantwortung für Leib und Leben“.

Ein Eigentumswechsel wäre auch deshalb sinnvoll, da das Kirchenschiff der Oberkirche seit 1962 eine Ruine ist. Die Erhaltung des Kirchturmes trägt deshalb nicht zur Verbesserung des kirchlichen Lebens bei. Zudem muss die Kirchengemeinde Bad Frankenhausen zwei weitere Kirchen unterhalten — allein die Sanierung der Unterkirche erfordert einen Aufwand von etwa 1,75 Millionen Euro. In der Unterkirche gestaltet die Kirchengemeinde ihr vielfältiges Gemeindeleben. Als Hauptkirche des Kirchenkreises finden hier zahlreiche kulturelle Veranstaltungen für die ganze Region statt.

Hintergrund:
Der 56 Meter hohe Turm der Oberkirche in Bad Frankenhausen ist 4,60 Meter aus dem Lot, pro Jahr neigt er sich um weitere sechs Zentimeter. Nach vorsichtiger Schätzung wären insgesamt mehr als eine Million Euro für die Erhaltung des Turmes notwendig. Die Kirchengemeinde als Eigentümerin des Turms kann diese Summe nicht bereit stellen, auch Fördermittel des Landes Thüringen stehen nicht in Aussicht. Deshalb wurde nach intensiver Prüfung aus Sicherheitsgründen der Abriss des Turmes beschlossen. Die Bürger Bad Frankenhausens sehen den schiefen Turm jedoch als ihr Wahrzeichen an und wollen damit den Tourismus beleben. Die Stadt Bad Frankenhausen ist interessiert, Eigentümer der Oberkirche zu werden, um sie touristisch oder denkmalpflegerisch nutzen zu können. Mit einer breit angelegten Spendenaktion soll die Sanierung und damit der Erhalt des Turmes finanziert werden.

Quelle: Pressemitteilung der EKM.

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