RSS

Blick über den Tellerrand: Die Losung für den 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag Dresden 2011

21 Mrz

Fulda, 21. März 2010. Der 33. Deutsche Evangelische Kirchentag vom 1. bis 5. Juni 2011 in Dresden steht unter der Losung „… da wird auch dein Herz sein“. Das hat am Wochenende das Kirchentagspräsidium in Kassel beschlossen. Die Losung stammt aus der Bergpredigt Jesu im Neuen Testament (Matthäusevangelium Kapitel 6, Vers 21). Das biblische Wort wird die Programmvorbereitungen für den zweiten Deutschen Evangelischen Kirchentag in Ostdeutschland nach der Wiederver­einigung leiten. Zu ihm werden im nächsten Jahr an der Elbe 100.000 Menschen erwartet.

Der Kirchentag 2011 möchte mit dieser Losung „die Herzen der Menschen in Dresden … und weit darüber hinaus erreichen“, hebt Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt hervor. „Wir wollen uns einmischen. Wo unser Herz sein wird, da wird die Zukunft entschieden“, begründet die Bundestagsvizepräsidentin und Synodenpräses der Evangelischen Kirche in Deutschland die Wahl des Wortes aus der Bergpredigt und präzisiert: „Mit dem Kompass des Herzens wollen wir Demokratie gestalten, feste Schritte für ökologische und soziale Gerechtigkeit gehen, glaubwürdig sein im Handeln – als fröhliche Christenmenschen.“

Für Ellen Ueberschär, die Generalsekretärin des Kirchentages, ist die Losung „ein offener Satz, der zum bohrenden Stachel wird: Binden wir uns an das Geld oder an Gott?“ Gerade in Zeiten tiefgreifender Krisen tue die Rückbesinnung auf die Bergpredigt gut, „der großen Rede Jesu, die seit zwei Jahrtausenden provoziert, die die Welt verändert hat, weil sie Menschen verändert hat“.

Der Bezug auf die aktuelle Situation ist auch dem Landesbischof der gastgebenden Evangelisch-Lutherischen Kirche Sachsens, Jochen Bohl, wichtig: „In den vergangenen beiden Jahren der Finanzkrise haben wir gesehen, wie die Auswirkungen des Verhaltens Einzelner die Gesellschaft und den Staat bestimmen.“ Bohl erhofft sich unter der gewählten Losung einen Kirchentag in Dresden, „der sowohl die einzelne Person als auch die Politik vor die Frage stellt, was sich lohnt – und was zählt im Leben“.

Zusammen mit der Losung hat das Kirchentagspräsidium zum Kirchentag 2011 biblische Texte für Gottesdienste und Bibelarbeiten festgelegt, darunter neben drei Texten aus dem Alten Testament insgesamt vier Abschnitte aus der Bergpredigt. Ferner hat es Bedingungen zur Mitwirkung am Programm verabschiedet. Eingeladen zur aktiven Mitgestaltung des Kirchentages und zur Teilnahme an ihm wird diesmal jedoch erst mit dem Schlussgottesdienst des 2. Ökumenischen Kirchentages, der vom 12. bis 16. Mai in München stattfindet.

Fotos von Kirchentagspräsidentin, Landesbischof und Generalsekretärin mit der Losung für Dresden können Redaktionen zur honorarfreien Veröffentlichung abrufen unter www.kirchentag.de/aktuell

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Evangelischen Kirchentages

Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt, Ingersleben:

Mit diesem Kirchentag möchten wir die Herzen der Menschen in Dresden, der Stadt des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentages, und weit darüber hinaus erreichen. Da, wo das Herz sein wird, soll Heimat, Geborgenheit und Ankommen sein. Da, wo das Herz ist, geht es um die Dinge, die uns wirklich wichtig sind. Deswegen wollen wir vom Christsein erzählen. Wir wollen ermutigen und trösten – da, wo das Herz traurig, zerrissen oder gebrochen ist. Wir wollen fröhlichen Herzens Kirchentag feiern, und wir freuen uns, wenn sich Herzen öffnen und wenn das Herz vielleicht sogar „übergeht“. Wir wollen uns einmischen. Wo unser Herz sein wird, da wird die Zukunft entschieden. Die Bergpredigt setzt Maßstäbe. Mit dem Kompass des Herzens wollen wir Demokratie gestalten, feste Schritte für ökologische und soziale Gerechtigkeit gehen, glaub­würdig sein im Handeln – als fröhliche Christenmenschen.


Landesbischof Jochen Bohl, Dresden:

Eine Losung aus der Bergpredigt, in der Jesus zeigt, wodurch die Welt verändert wird. Hier geht es um eine Alternative: der materielle Reichtum oder die Verbindung zu Gott. Das ist zuerst eine persönliche Frage, die jeder für sich beantwortet. In den vergangenen beiden Jahren der Finanzkrise haben wir aber gesehen, wie die Auswirkungen des Verhaltens Einzelner die Gesellschaft und den Staat bestimmen. Es wird ein Kirchentag, der sowohl die einzelne Person als auch die Politik vor die Frage stellt, was sich lohnt – und was zählt im Leben.

Generalsekretärin Dr. Ellen Ueberschär, Fulda:

Die Losung ist ein Wort aus der Bergpredigt, der großen Rede Jesu, die seit zwei Jahrtausenden provoziert, die die Welt verändert hat, weil sie Menschen verändert hat. Jesus ruft dazu auf, die geltenden und die eigenen Werte zu überprüfen. Und da ist das Herz das entscheidende Organ: In der Bibel wird es weniger als Sitz der Gefühle verstanden, sondern vielmehr als Ort menschlichen Denkens und Planens. Was ist die Leitperspektive des eigenen Lebens und der gesamten Gesellschaft? Wonach richten wir uns? Martin Luther sagt es mit seinen Worten: Woran du dein Herz hängst und worauf du dich verlässt, da ist dein Schatz. Die Losung ist ein offener Satz, der zum bohrenden Stachel wird: Binden wir uns an das Geld oder an Gott?

Advertisements
 

Schlagwörter: ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: