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Blick über den Tellerrand: Weihnachtsbotschaft 2009 des Ökumenischen Rates der Kirchen

18 Dez

Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes,
der Erstgeborene vor aller Schöpfung.
Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist,
das Sichtbare und das Unsichtbare,
es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten;
es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen.
Und er ist vor allem,
und es besteht alles in ihm.
Kolosser 1, 15-17

Licht ist das strahlende Bild von Gottes Güte, in der Schöpfung wie auch zur Weihnachtszeit. Der Schöpfer befiehlt: „Es werde Licht“ – und das Universum nimmt Gestalt an. Bei der Geburt Christi scheint Licht inmitten der Finsternis – und die Finsternis kann dieses leuchtende Testament des lebendigen Gottes nicht besiegen.

Weinachten ist die Zeit der Lobpreisungen, doch die Umweltzerstörung unserer Zeit untergräbt die Doxologie der Schöpfung. Luftverschmutzung und menschengemachter Lärm überdecken die Sphärenmusik, Klimaveränderungen stören den Rhythmus der Meere, von Habgier gesteuerter Missbrauch und Raubbau entstellen die Schönheit zahlreicher Ausdrucksformen des Lebens. Und mit der Erde leiden ihre Bewohner. Das Singen fällt den Armen und anderen gesellschaftlich ausgegrenzten Menschen schon jetzt immer schwerer.

Zur der Zeit, als Maria und Josef lebten, glaubte der Kaiser Augustus, dass er allein die Macht in Händen hielt. Er gebot, dass „alle Welt“ (das biblische Wort ist oikoumene) geschätzt würde, und ein unbedeutendes Paar machte sich auf den Weg nach Bethlehem. Gott aber hatte einen anderen Plan in der Geschichte, und wir erkennen jetzt, dass Throne, Herrschaften, Mächte und Gewalten unwissentlich zur Erfüllung prophetischer Imperative beigetragen haben. Christus ist es, und nicht der Kaiser, der wahrhaftig „vor allem“ ist „und es besteht alles in ihm“.

Die Bibelwissenschaftlerin Barbara Rossing vertritt die Meinung, dass die alte, imperiale oikoumene des Cäsar – gemeinsam mit modernen wirtschaftlichen, militärischen und politischen Imperien – im Untergang begriffen ist. Die Propheten und Apostel versichern uns jedoch, dass Gottes Schöpfung – eine wahre oikoumene, die Gottes Haushalt umfasst – verwandelt werden wird.

Und so beten wir um Wandel und bieten uns als Werkzeuge der Veränderung an.7 Wir leben in dem Glauben, dass mit dem Kommen Jesu Christi eine neue Schöpfung kommt, in der sich die Hoffnung der Engelschöre erfüllt – Gott, Menschheit und alles Leben werden versöhnt sein.

Pfarrer Dr. Samuel Kobia
Generalsekretär
Ökumenischer Rat der Kirchen

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