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Blick über den Tellerrand: Margot Käßmann präsentiert neue EKD-Studie zu Kircheneintritten

27 Nov

Die Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischöfin Margot Käßmann, hat am heutigen Freitag in Hannover die neue Studie zu Kircheneintritten präsentiert. Aus der Studie, die den Titel „Schön, dass Sie (wieder) da sind“ trägt, geht hervor, dass in den vergangenen 15 Jahren die Zahl der Eintritte, Erwachsenentaufen und Übertritte zur evangelischen Kirche kontinuierlich bei etwa 60.000 Menschen pro Jahr liege.
Die Ratsvorsitzende würdigte bei der Präsentation, dass der Text getragen sei von einer “Willkommenskultur“ und einer „Stimmung der geöffneten Tore und Türen“ in der evangelischen Kirche. Die Studie mache deutlich, dass die Aufnahme jedes Menschen „ein Fest für die Kirche“ sei. Käßmann gab zu bedenken, dass lange Zeit „die Medien, aber besonders die Kirche selbst einseitig auf die Zahl der Kirchenaustritte“, also auf den Schwund von Mitgliedern, geschaut habe. Dabei sei die erfreulich große Zahl von etwa 60.000 Eintritten im Jahr häufig aus dem Blick geraten.

Käßmann hob hervor, die Studie drücke „beispielhaft“ aus, worum es der evangelischen Kirche zentral in ihrem Reformprozess gehe, nämlich „Menschen wieder neue Zugänge zum christlichen Glauben zu vermitteln und die Kirche als Ort geistlicher Heimat zu erschließen.“ Dies zu fördern, so Käßmann, gehöre auch in den kommenden Jahren zu den „Kernaufgaben der evangelischen Kirche“. Die wachsende Zahl der Wiedereintrittsstellen in der evangelischen Kirche, das vermehrte Angebot von Glaubenskursen für Erwachsene, sowie die zahlreichen Beispiele innovativer Beispiele kirchlicher Arbeit im Rahmen des Reformprozesses „Kirche im Aufbruch“ seien Kennzeichen dafür, wie die Kirche „innovativ, einladend und ansprechend neu“ auf Menschen zugehe.

Oberkirchenrätin Doris Damke (Bielefeld), die Vorsitzende der „Projektgruppe Wiedereintritt“, die die gut 100 Seiten umfassende Studie, erarbeitet hat, nahm in ihren Ausführungen das bekannte Adventslied „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ auf: „Das wollen wir anschaulich werden lassen: Gottes Türen stehen weit offen. Unsere auch.“ Die Kirche freue sich „über jede und jeden, der sich von uns neu oder wieder dazu einladen lässt, über diese Schwelle zu treten und danach zu fragen, was dem Leben Richtung verleiht.“ Dabei sei es wichtig, eine „Kultur des Willkommens“ zu entwickeln und zu gestalten. Menschen, die sich der evangelischen Kirche annähern und sogar in sie eintreten wollen, bräuchten, so Damke weiter, ein „Portal mit niedriger Schwelle“.

Pfarrer PD Dr. Gerald Kretzschmar, Mitglied der Projektgruppe, stellte in seinem Statement heraus, dass jeder Eintritt und Wiedereintritt in die Kirche „ein besonderes biographisches Ereignis“ sei. Er verwies auf die umfangreiche dem Text beigefügte Begleitstudie, in der 21 Personen ihre sehr unterschiedlichen Beweggründe für den Kircheneintritt ausführen. Als Erkenntnis aus diesen Interviews sei wichtig, „die Bindungsphänomene im Vorfeld des Kircheneintrittes“ wahrzunehmen. Der praktisch-theologische Leitbegriff der „Kirchenbindung“ erlaube es, die Pluralität der Beziehung von Menschen zur Kirche wahrzunehmen – auch in der Phase der Annäherung an die Kirche.

Kretzschmar gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass der vorliegende Text einen Beitrag leisten könne, „der gesellschaftlichen Tabuisierung des Themas Kircheneintritt“ entgegenzuwirken. Anders als beim „salonfähigen“ Kirchenaustritt – das zeigen die Interviews – sei es offensichtlich schwer, über die positive Ausübung der Religionsfreiheit in Bezug auf eine Volkskirche zu sprechen. Dabei, so Kretzschmar, tun Menschen dies viel häufiger, als gemeinhin angenommen.

Quelle: Pressemitteilung der EKD

Die Studie finden Sie hier. Die Publikation „Schön, dass Sie (wieder) da sind“ ist in der Reihe EKD-Texte als Nr. 107 gedruckt erschienen und kann zum Einzelpreis von 2 € (zzgl. Porto und Verpackung) beim Kirchenamt der EKD, Herrenhäuser Straße 12, 30419 Hannover, bestellt werden. Mail: versand@ekd.de

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