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Blick über den Tellerrand: „Ost- und Westkirche sind zusammengewachsen“

16 Nov

DEUTSCHLANDRADIO KULTUR

Deutschlandradio-Link„Frage: Nun hat man trotzdem bei gewissen Indikatoren auch den Eindruck, selbst in der Stadt Berlin alleine ist das mit dem Zusammenwachsen so eine Sache. Sie atmen schwer ein, weil Sie wahrscheinlich wissen, was kommt: die Volksabstimmung in Berlin über die Frage des verpflichtenden Wahlfachs Religion an den Schulen. Unter Pro Reli ist da die Initiative bekannt geworden, auf deren Seite zum Teil die evangelische Kirche ja auch stand. Und wenn man sich dann das Ergebnis dieser Volksabstimmung angeguckt hat, dann konnte man eigentlich auch erkennen, wo die Mauer ist – mit einer kleinen Ausnahme -, weil in den ehemaligen Westbezirken mehrheitlich die Leute für die Einführung eines solchen Unterrichts waren, in den ehemaligen Ostbezirken überwiegend dagegen, nur in der Mitte durch die Zugereisten hat sich das vermischt. Hat neben anderen Problemen, die es damals auch noch gibt, Sie das nicht auch erschreckt, dieses Gefühl, im Glauben ist die Mauer noch da?

Wolfgang Huber: Erschreckt nicht, sondern ich habe das vorausgesehen. Ich habe vor 15 Jahren gesagt, wir haben in der Kirche besonders gute Voraussetzungen dafür, zusammenzuwachsen, wir haben die gleiche Bibel, das gleiche Bekenntnis, das gleiche Gesangbuch, aber wir werden zugleich feststellen, dass der schwerste Teil des Zusammenwachsens unserer Gesellschaft bei den Kirchen bleibt, weil es um die Tiefenschicht der Überzeugungen und Mentalitäten geht. Und die Entfremdung von der Kirche, die durch die zwei Diktaturen auf deutschem Boden bewirkt worden ist, die verliert sich nicht in ein, zwei Jahrzehnten. Das war mir von vornherein klar. Deswegen hab ich immer gesagt, in der missionarischen Situation, in der wir uns befinden, brauchen wir einen langen Atem. Und das geht auch weiter. Deswegen weiß ich auch, dass ich in dieser Hinsicht nur Anfänge mitgestalten konnte und für meinen Nachfolger Markus Dröge gerade in dieser Hinsicht noch viel zu tun bleibt.“

Das Interview mit Bischof i.R. Wolfgang Huber finden Sie hier.

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Verfasst von - 16. November 2009 in Presseschau

 

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