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Rückblick: Ugandische Botschaft, Gedenken an David Kato.

28 Mai

Eine Übernahme von

“Am 26. Januar wurde David Kato, Menschenrechtsaktivist in Uganda für die Gleichstellung von LSBTI, ermordet aufgefunden, eine ugandische Tageszeitung hatte zuvor eine Liste schwuler Männer veröffentlicht und sie zum Tod “freigegeben”.
Dass sich in Berlin eine Gedenkveranstaltung realisieren lassen würde, war abzusehen – dass es sich um eine von einer ökumenischen, klösterlichen Gemeinschaft, der Ökumenischen Rogate-Initiative handeln würde, war neu.
Ca. 40 Menschen versammelten sich schließlich vor der Botschaft nahe des Axel-Springer-Hauses, das Gedanken war schlicht, was sich auch im minimalen aufgebotenen Polizeischutz wiederspiegelte. (Ein Streifenwagen, nichts im Vergleich gegen das Aufgebot vor der Botschaft der Türkei, als dort gegen das Verbot von Lambda Istanbul demonstriert wurde.)
Apolitisches Gedenken mit Vater unser und Fürbitten – das war neu, das war dem Anlass trotzdem angemessen. Frater Franziskus, der (u.a. über Facebook) zum Gedenken eingeladen hatte, war die Debatte darum, ob eine von einer christlichen Organisation veranstaltete Kundgebung für queere Aktivist_innen (und andere) unterstützenswert sei, nicht entgangen; er problematisierte sowohl sein Auftreten im Talar wie auch das Vater unser.
Dass bei der Bestattung Katos ausgerechnet ein Geistlicher der anglikanischen Kirche den Trauernden den Tod wünschte, legitimiert den Talar als sichtbares Zeichen von Diversität auch unter Geistlichen.
Es wurden eben keine besserwisserischen Parolen skandiert, und eben nicht aus nicht-reflektierter weißer Perspektive homophobe Menschenrechtsverletzungen in Uganda skandalisiert, als seien sie kein kolonialer “Import”. Still zu gedenken, nur eskortiert von ein paar Kerzen und einer Schwarzweißfotografie Katos an einem Verkehrsschild, würdigte David Kato still, friedlich – und bei aller Irritation über diesen leisen Protest war er ein Signal, das menschenverachtende homophobe Gewalt und ihre Unterstützer_innen umso mehr ins Abseits stellte – und dabei unangreifbar blieb.”

Sie finden den Artikel hier.

 
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Verfasst von - 28. Mai 2011 in Rückblick

 

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